Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Ganderkeseer Projekt gegen Cybermobbing Niedersachsens Lehrplan in der Pflicht

Meinung – Antje Cznottka | 09.07.2015, 20:30 Uhr

Der Lehrplan in Niedersachsen sieht die Schulung der Medienkompetenz vor. Allerdings fehlt in den Konzepten die Präventionsarbeit, um Schüler vor möglichen Gefahren im Internet zu schützen. Ein Kommentar.

Es ist überraschend und bedauerlich, dass die Präventionsarbeit in den Konzepten der schulischen Medienbildung noch nicht angekommen ist. Dabei ist es keine Lösung, den Umgang mit dem Smartphone in Bildungsstätten zu verbieten, ihn damit zu tabuisieren und den Eltern die Aufklärungsarbeit zu überlassen. Schulen beginnen zu Recht, die Vorteile, die Tablet, Smartphone, Internet und Co beim Lernen bringen, einzusetzen. Das bringt aber die Verantwortung mit sich, sich auch den Nachteilen und unerwünschten Nebeneffekten zu stellen.

Eine Aufgabe ist es, Schüler und Eltern gleichermaßen für die Reich- und Tragweiten einer Teilhabe im Internet, besonders in sozialen Netzwerken und Chatgruppen, zu sensibilisieren. Denn je informierter und damit kontrollierter Jugendliche Informationen über sich und andere im Internet preisgeben, desto weniger Angriffsfläche bieten sie für eventuellen Missbrauch.

Eine weitere Aufgabe muss es sein, zielführende Konzepte zu entwickeln, die greifen, wenn Cybermobbing oder Datenmissbrauch tatsächlich stattfindet. Keine Option ist es, die Betroffenen danach zu belehren oder gar zu ächten.