Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Ganderkeseer Schüler engagieren sich Sportprojekt für Flüchtlinge „kommt super an“

Von Thomas Deeken | 19.10.2015, 08:45 Uhr

In den großen Ferien hatte er die Idee, bei der Integration von Flüchtlingen mitzuhelfen. Inzwischen ist aus der Idee ein Projekt geworden – ein Sportprojekt, das der 18-jährige Jannis Baramsky vom Gymnasium Ganderkesee gemeinsam mit rund 15 Mitschülern und Dörte Eifler vom TSV Ganderkesee ins Leben gerufen hat. Sein erster Eindruck nach den ersten Sportveranstaltungen: „Das kommt bei allen super an.“

Der 18-Jährige hatte sich Anfang September bei der großen Informationsveranstaltung der Gemeindeverwaltung zum Thema Flüchtlinge spontan bereit erklärt, irgendetwas für die Menschen zu übernehmen. Dann seien die TSV-Übungsleiterin, die bereits im April einen einmaligen Sportaktionstag für Flüchtlinge auf die Beine gestellt hatte, und der Aramäer Sukrü Aras mit ihm ins Gespräch gekommen. Und kurz darauf habe man sich auf das Projekt Sport verständigt. Weitere Unterstützung habe er anschließend in der Schule gefunden, sagt der Schüler des zwölften Jahrgangs. Rund 15 Mitschüler wollten ebenfalls mit dabei sein.

Rund 35 Personen bei erstem Aktionstag

Mithilfe von Dörte Eifler und der Gemeinde kam es dann am letzten September-Samstag zur ersten gemeinsamen Sportaktion: Rund 35 Personen kamen nach Angaben des 18-Jährigen vormittags für eineinhalb Stunden in die Turnhalle der Oberschule – einige aus dem Organisationsteam sowie viele albanische Flüchtlinge, vor allem sechs- bis 14-jährige Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern mitgebracht hatten. „Die Väter haben Fußball und die Mütter Federball gespielt“, sagt der Organisator. Außerdem sei unter anderem Tischtennis angeboten worden. „Und ganz besonders gut fanden es die Kleineren, wenn sie auf dem Mattenwagen durch die Halle gezogen worden sind.“

Als Austauschschüler in Estland

Das Ganze soll locker sein und Spaß machen, erläutert Jannis Baramsky. Dann lerne man auch die Sprache viel schneller, weiß er aus eigener Erfahrung. Schließlich habe er als Austauschschüler ein Jahr in Estland verbracht und in dieser Zeit – ohne Vorbildung – die estnische Sprache erlernt, „weil ich viel Spaß mit anderen Menschen hatte und mich viel unterhalten habe“.

Von Deutsch bis hin zur Zeichensprache

Einige der Kinder und Jugendlichen würden bereits recht gut deutsch sprechen. Andere könnten sich auf Englisch äußern. Ansonsten gehe alles über Zeichensprache, informiert der 18-Jährige. Das heißt: Beim Sport klappe es mit der Verständigung schon ganz gut.

Sportangebot für alle Flüchtlinge

Für dieses Jahr gibt es laut Organisationsteam noch vier Sporttermine in der Sporthalle: am 24. Oktober, am 14. und 18. November sowie am 12. Dezember, jeweils von 9.30 bis 11 Uhr. Diese Angebote sind für alle Flüchtlinge gedacht, bestätigt auch Meike Saalfeld von der Gemeindeverwaltung.

Sprachförderung als weiteres Projekt

Zusätzlich zu diesem Sportprojekt hat der Gymnasiast noch weitere Ideen, wie man Flüchtlinge unterstützen könnte: Er plant nicht nur ein Fußballturnier, wenn man wieder draußen kicken kann. Seinen Angaben zufolge gibt es auch schon ein weiteres Projekt, das nach den Herbstferien starten soll. Dabei gehe es um Sprachförderung für etwa 14 Flüchtlinge, die derzeit die Oberschule besuchen. Gemeinsam mit zehn anderen Schülern der Jahrgänge zehn bis zwölf werde dieses Projekt derzeit ausgearbeitet. Ein- bis zweimal pro Woche wollen sie den Flüchtlingen helfen, schneller Deutsch zu lernen.