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Ganderkeseer Verkehrsausschuss Keine Voraussetzungen für Tempo 30 am Holler Weg gegeben

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 09.09.2017, 13:02 Uhr

Auf dem Holler Weg wird zumindest vorerst kein Tempo-30-Schild zwischen den Hausnummern 23 und 37 aufgestellt. Dafür reichen die Voraussetzungen nicht, hieß es seitens der Verwaltung im Verkehrsausschuss nach einer Verkehrszählung.

Es gibt keine rechtliche Begründung dafür, auf dem Holler Weg zwischen Schulbushaltestelle „Dreiangel“ und dem Regionalen Umweltzentrum (RUZ) einen Tempo-30-Bereich einzurichten. Das hat Sabine Finke, Fachdienstleiterin Straßen und Verkehrs, am Mittwochabend im Ganderkeseer Verkehrsausschuss erklärt. Cord Schütte, CDU-Ratsherr und Anwohner der Straße, hatte den Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung unter anderem deshalb gestellt, weil er vor allem Schulkinder gefährdet sieht.

Schulkinder gefährdet

Gefahren sehe er beispielsweise beim Bushaltehäuschen, das sich versteckt zwischen Eichenbäumen und direkt hinter einer Kurve befindet, sodass der Bereich schlecht einzusehen sei. Morgens und mittags würden die Kinder der Waldschule an der Holler Straße unterwegs sein, und es gebe regen Schulbusverkehr zum RUZ. Fast täglich würden verschiedene Schulklassen mit dem Bus zu dieser schulischen Einrichtung gebracht und wieder abgeholt. Auch diese Kinder müssten direkt an der Straße ein- und aussteigen, informierte Schütte.

Verkehrszählung vorgenommen

Die Gemeinde hatte aufgrund dieses Antrags eine Verkehrszählung vorgenommen und festgestellt, dass der Holler Weg innerhalb von 24 Stunden von durchschnittlich 578 Kraftfahrzeugen befahren worden sei und dass die meisten Verkehrsteilnehmer mit Tempo 35 bis 45 unterwegs gewesen seien – allerdings gemessen am letzten Schultag und am ersten Ferientag.

Schütte glaubt an mehr Kraftfahrzeuge

Ratsherr Schütte beantragte, noch einmal an einem Werktag außerhalb der Ferien zu zählen. Er glaubt, dass deutlich mehr Fahrzeuge den Holler Weg nutzten. Darüber hinaus wies er auf den schlechten Straßenzustand auch an den Rändern des Weges hin. Das sei gefährlich für radelnde Kinder, wenn schnelle Fahrzeuge hinter ihnen seien. Unterstützung erfuhr Schütte durch Anwohner in der Bürgerfragestunde.

RUZ wie Schule oder Kita behandeln?

CDU-Fraktionschefin Cindy Klüner schlug vor, nachzuprüfen, ob man das RUZ wie eine Schule oder eine Kindertagesstätte einstufen könnte. Dann sei auch Tempo 30 möglich. Darüber hinaus machte Marion Daniel, Vorsitzende der FDP-Fraktion, den Vorschlag, die Schulbushaltestelle zu verlegen, um sie besser sehen zu können.

Kein Tempo 30 als Fahrbahnmarkierung

Die Verwaltung teilte im Ausschuss außerdem mit, dass Fahrbahnmarkierungen in Ergänzung zu Verkehrszeichen nur in Ausnahmefällen aufgebracht werden sollen, wenn besondere Verkehrssituationen vorliegen. Damit reagierte sie auf eine Anfrage, ob es möglich sei, beispielsweise bei Schulen oder Kitas Tempo 30 auf die Fahrbahn zu malen. Christel Zießler (SPD) hält die gemalte 30 – so wie bei der Grundschule Heide – für sinnvoll, weil „Schilder schon mal übersehen werden“. Cindy Klüner ergänzte: „30 aufgemalt – das ist schon eine große Hilfe.“