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Ganderkeseer Wald aufgeforstet Eichenbestand gesichert: 12.250 neue Bäume im Hasbruch

Von Antje Cznottka | 20.04.2015, 19:55 Uhr

12.250 junge Eichen werden seit Montag im Hasbruch gepflanzt. Die Pflanzaktion gehört zum bis 2019 andauernden Bewirtschaftungsplan des Waldgebietes.

Auf zwei Flächen in einer Größe von etwas mehr als drei Hektar werden derzeit neue Eichen im Hasbruch gepflanzt. „Der Bewirtschaftungsplan für den Hasbruch sieht eine Verjüngung der Eichen vor“, berichtet Revierförster Jens Meier. Der Hasbruch sei FFH-Gebiet, ein spezielles europäisches Schutzgebiet im Natur- und Landschaftsschutz, und somit seien die Niedersächsischen Landesforsten dazu verpflichtet, den Lebensraum in ihrem Wald für Eichen zu erhalten und nach Möglichkeit zu vermehren. Viele Eichen seien aber im Jahr 2000 durch den Prachtkäferbefall abgestorben oder verdrängt worden. Diese Bäume müssten nun durch junge Pflanzen ersetzt werden.

Mangel an Jungbäumen

Dazu sollten von 2009 bis 2019 Eichen auf 40 Hektar Fläche im Hasbruch neu angepflanzt werden. Vier Hektar sollten pro Jahr bepflanzt werden. Es werden aber nur 20 der geplant 40 Hektar tatsächlich mit Eichen bestückt. „Dieser Plan ist davon abhängig, ob genügend junge Eichen in der vorausgesetzten Qualität erhältlich sind. Aber sie sind Mangelware“, weiß Meier. Die Eiche sei die schwierigste Baumart in der Verjüngung, sagt der Revierförster.

Eichen sind anspruchsvolle Bäume

Grund dafür ist einerseits die Knappheit an Eicheln, den Samen der Eiche. Andererseits seien junge Eichen sehr anspruchsvolle Bäume.Nur Eicheln, die auf bestimmten Flächen im Hasbruch gesammelt würden, dürften Samen für die neuen Eichen werden, erklärt Meier. Zuletzt wurden 2013 Eicheln im Hasbruch gesammelt. 2014 habe die schlechte Witterung die Bestäubung gestört, sodass die Bäume kaum Früchte trugen. Aber auch Schädlinge wie Frostspanner und Eichenwickler können zum Problem werden, wenn sie die Blüten abfressen. „Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr wieder sammeln und 2016 auspflanzen können“, sagt Meier.

Schwierige Eichelsuche im Hasbruch

Die Eicheln werden dann in versiegelten Behältern an die Forstgutberatungsstelle in Oerrel geschickt, wo sie aufbereitet werden. Zur Risikominimierung wird das Saatgut dann auf zwei Baumschulen verteilt: Eine Baumschule in Schleswig-Holstein und die Baumschule Lürssen in Beverstedt, aus der auch die aktuellen Jungeichen kommen, wurden ausgewählt. In Schleswig-Holstein sei durch Pilzbefall fast zwei Drittel des Saatguts zerstört worden.

Junge Eichen halten Einzug in Ganderkeseer Waldgebiet

Die jungen Eichen sind drei bis vier Jahre alt, wenn sie die Baumschulen wieder verlassen und in den Hasbruch umziehen. „Der Oberboden im Hasbruch ist sehr sauer. Das mögen Eichen nicht“, sagt Meier. Die Eichen müssen tiefer in die Erde eingebracht werden. Dazu ist es erforderlich, dass sie ein 40 Zentimeter tief reichendes Wurzelwerk ausgebildet haben und mindestens 1,20 bis 1,50 Meter groß sind.

Eichen vertragen keine Konkurrenz

Darüber hinaus ist es laut Meier unabdingbar, dass die jungen Bäume viel Licht bekommen. „Deswegen können die Eichen nur auf Freiflächen gepflanzt werden“, sagt der Revierförster. Andere Bäume wie Hainbuchen oder Tannen, die den Eichen das Licht durch ihre Größe streitig machen könnten, mussten vor der Bepflanzung das Feld räumen. „Das birgt das Risiko, dass wir oben alles wegnehmen und unten gegebenenfalls alles wegstirbt“, gibt der Revierförster zu bedenken.

Erfolgreiche Pflanzaktionen

Schon 2007 und 2010 gab es im Hasbruch Pflanzaktionen für Eichen. Eine Pflanzgabel für den Bagger, der die kleinen Bäume in den Boden bringt, wurde speziell für den schweren lehmigen Boden im Hasbruch entwickelt. „Die Anwuchserfolge lagen bei 97 bis 100 Prozent“, berichtet Meier.

Weitere 50.000 Eichen im Hasbruch

Noch 50.000 weitere Eichen werden derzeit in den beiden Baumschulen herangezogen, die in den nächsten zwei Jahren zwölf Hektar Fläche im Hasbruch füllen sollen. „So sind diese Eichenflächen dann für die nächsten 200 Jahre garantiert“, prognostiziert Meier.