Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Ganter-Markt-Chef im dk-Gespräch „Sonntags in Ganderkesee nur ausnahmsweise öffnen“

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 01.08.2017, 08:27 Uhr

Gegen die dauerhafte Sonntagsöffnung und für eine baldige Lösung des „Marktplatzproblems“ im Ort spricht sich Timo Vetter, der Vorsitzende des Ganderkeseer Kaufleutebündnisses Ganter-Markt, im dk-Gespräch aus.

Eine stärkere Unterstützung aus dem Rathaus sei durchaus erwünscht, so Vetter. Doch auch seine Vereinsmitglieder nimmt er im Ringen um die Ortskernbelebung klar in die Pflicht.

 Herr Vetter, worüber haben Sie sich in diesem Jahr bisher am meisten gefreut? 

Über ein tolles Schredderfest sowie Frühlingsfest, eine gut besuchte Gewerbeschau und einen starken Mitgliederzuwachs. Und man freut sich über jeden Leerstand, der sich wieder füllt, wie etwa der „Platzhirsch“ im ehemaligen Ernstings und späteren Secondhandladen oder der Bioladen, der ins ehemalige „Videotaxi“ kommt. Oder über die Versicherungsagentur, die jetzt im ehemaligen „Blumen-Tönjes“ sitzt.

 Und was hat Sie geärgert? 

Der Wegfall des „Hagstedt-Parkplatzes“, denn die Parkplätze waren für den Handel in der Rathausstraße immens wichtig. Außerdem der „Neue Marktplatz“, der den Namen schon lange nicht mehr verdient. Rund um dieses Projekt ist die Verschiebung des Baubeginns und damit die weitere Verzögerung des Vorhabens nur die konsequente Fortsetzung des Dramas. In Bezug auf den Verlust der knapp 50 Parkplätze hinter dem „Olympia“ ist die Angelegenheit nur noch dringlicher geworden.

 Gibt es ein Dauerärgernis? 

Das ist und bleibt immer noch der „Neue Marktplatz“. Man denkt oft, jetzt ist es nicht mehr weit... und dann rückt das Ziel wieder in weitere Ferne.

 Wie waren sie mit dem Erfolg des „Sommerabends“ zufrieden, schließlich hat das Wetter ja wieder nicht so ganz mitgespielt? 

Wider Erwarten hat das Wetter diesmal einigermaßen mitgespielt. Erst nachmittags zeichnete uns das Regenradar ein freundlicheres Bild. Da waren Getränkewagen und Musik auf dem Marktplatz schon abgeblasen. Aber der aufgrund des schlechten Wetters in den Vorjahren unnötig betriebene Aufwand lässt nun mal vorsichtig werden. Die Gastronomien war an diesem Abend teils maximal belegt – das freut uns. Kurt Hoffmann als Dean Martin kam auch gut an.

 Hat die Veranstaltung eine Zukunft? 

Der Abend wird sicherlich so oder so ähnlich wiederholt. Aber nicht jede Aktion muss zwingend ein Highlight sein. Man kann sich auch mal über die kleinen Dinge freuen.

 Was steht demnächst noch Wichtiges an? 

Der Herbstmarkt vom 15. bis 17. September. Er findet wieder im Ort statt. Am 5. November folgt der GanterTach. Der Weihnachtsmarkt wird in diesem Jahr wieder vom Faschingsverein organisiert. Marktmeister und Ansprechpartner hierfür ist Holger Lüdeke. Auch hier soll am Erfolg des Vorjahres angeknüpft werden – sicherlich mit kleinen Veränderungen.

 Gibt es schon ein Programm für den Herbstmarkt? 

Ablauf und Aufbau wird sich in etwa am Vorjahr orientieren. Wir hätten zwar wegen Bauarbeiten lieber ohne den „neuen“ Markplatz geplant, aber es geht auch so.

 Was erwarten sie vom neuen Citymanager? 

Wir erwarten keine Wunder, sind aber guter Dinge. Die stärkere Unterstützung im Rathaus war von uns lange gewünscht. Am 1. Oktober wird Herr Siedenstrang seinen Dienst antreten. Wir hoffen, er bleibt länger als die Vorgängerin der jetzigen Delmenhorster Citymanagerin.

 Was muss die Gemeinde vorrangig tun? 

Habe die Fragen eigentlich fast alle was mit den „Neuen Marktplatz“ zu tun? (Vetter grinst)

 Gibt es bei Ihnen im Verein Nachwuchssorgen? Wie ist die Mitgliedersituation? 

Kürzlich begrüßten wir unser 100. Mitglied – absoluter Rekordstand. Und auch einige Rückkehrer waren dabei. Das ist ja schon eine Anerkennung der nicht immer leichten Arbeit.

 Sind Sie mit der Entwicklung in Ihrem Verein zufrieden? Warum? 

Mit dem Mitgliederzuwachs schon. Allerdings ist der eigene Mitgliedsbeitrag für die Arbeit des Vereins zwar wichtig, aber man kauft sich nicht von der Notwendigkeit der eigenen Bewegung frei. Die aktive Teilnahme beschränkt sich bei einigen nur aufs Meckern – über Ganter-Markt, die Gemeinde, das Wetter oder das ach so böse Internet. Sicher sind das die wenigsten, aber einige wenige können einem den Spaß an der Sache verderben. Wenn wir zwecks Planung zum „Sommerabend“ nicht wenig, sondern exakt und messbar null Resonanz haben, dann ist das schon hart. Nach mehrfachem Nachfragen hat der eine oder andere dann doch etwas Besonderes geplant. Es nützt aber nichts, wenn man sich am Abend vorher Gedanken macht oder seine Aktion für sich behält. Für so einen „kleinen“ Donnerstag fand ich das schon hart.

 Wie steht Ganter-Markt zu den Ladenöffnungszeiten? Die ausnahmsweise Öffnung an verkaufsoffenen Sonntagen ist ein Frequenz- und Umsatzbringer. Wenn man regulär an Sonntagen öffnet, dann steigt der Umsatz nicht, sondern er verteilt sich auf mehr Öffnungstage. Auf der Seite der Gewerbetreibenden würden Personal und auch Energiekosten deutlich höher. Das macht das Durchhalten in der „Provinz“ nur noch schwerer.