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Gartenserie „Querbeet“ Was macht einen guten Kräutergarten aus?

Von Merlin Hinkelmann | 31.05.2017, 08:26 Uhr

Kräuter im eigenen Garten anzupflanzen, ist kein Hexenwerk. Dabei machen sie nicht nur im Beet eine gute Figur, sondern sind auch für den Gaumen eine wahre Freude.

Kartoffeln, Brötchen, Suppen, Kräuterquark, Pesto: Es gibt fast kein Gericht, das Seher Hamdan nicht mit Kräutern verfeinert. Kein Wunder, sitzt die Hauswirtschafterin doch quasi an der ultimativen Kräuter-Quelle: Im Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen ist sie für die Pflege des Kräutergartens zuständig. Seit acht Jahren gibt es den Garten inzwischen – und er gedeiht prächtig. Jede Woche pilgern Schulklassen an diesen Ort, besuchen Kurse und erfahren, was es mit dem Kräuter-Anpflanzen auf sich hat. „Wer Kräuter pflanzen will, braucht nicht zwingend einen großen Garten“, erklärt Hamdan. Bestes Beispiel dafür ist die sogenannte Kräuter-Spirale, direkt neben dem Kräutergarten. „Viele Kräuter auf engstem Raum“, fasst Geschäftsführerin Marina Becker-Kückens das Prinzip zusammen.

Schneiden und Gießen ist Pflicht

Und so funktioniert es: Unten befindet sich nährstoffreicher Boden. Dieser wird mit zunehmender Höhe immer magerer. So kann die Kräuterspirale verschiedene Feucht- und Klimazonen simulieren: Ganz unten, in der Feuchtzone, wachsen Kräuter wie Petersilie oder Basilikum. Weiter geht es mit Schnittlauch und Minze, gefolgt Thymian, Majoran, Rosmarin und Oregano am wärmsten und trockensten Punkt. „Mediterrane Kräuter mögen die Sonne und brauchen nur wenig Nährstoffe. Bei heimischen Kräutern ist das anders, große Hitze ist nichts für sie“, weiß Becker-Kückens. Gartenfreunde, die ihre Kräuter im Frühjahr pflanzen, können häufig schon im Sommer mit der Ernte rechnen. Wichtig: Kräuter müssen regelmäßig gegossen und geschnitten werden – und zwar von Frühjahr bis Spätherbst. Aus dem einfachen Grund, damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig behindern. „Auch wenn es wunderbar aussieht: Kräuter wachsen von unten durch, Schneiden ist also Pflicht“, merkt Becker-Kückens an. Die meisten Kräuter sollte man nach dem Blühen ernten. Aber es gibt Ausnahmen: „Oregano erntet man, bevor er blüht“, sagt Hamdan.

Minze ist „schwer angesagt“

Generell gilt: Mediterrane Kräuter werden erst getrocknet, dann verarbeitet. Schnittlauch oder Petersilie kann man hingegen gut einfrieren. Bei der Zubereitung sind der Fantasie des Gärtners keine Grenzen gesetzt. Besonders beliebt: Oregano. „Bei Kindern ist das der Hit, weil der Geruch an Pizza erinnert“, sagt Hamdan. Sie selbst verwendet die Pflanze zum Beispiel für Kräuterquark. Auch sonst weiß sie die Kräuter in der Küche einzusetzen. Sauerampfer ersetzt den Zitronensaft im Salat oder peppt die Pesto auf. Currykraut bringt Schwung in deftige, italienische Gerichte. Rosmarin gibt Kartoffeln die nötige Würze. Und Lavendel-Blüten verwandeln sich in herzhafte Kekse. Vor allem Minze ist aktuell „schwer angesagt bei jungen Kräutergärtnern“, berichtet die Geschäftsführerin. Schuld ist der Modecocktail „Hugo“, dem die Minze das gewisse Aroma verleiht. Auch im RUZ-Kräutergarten findet sich Minze. Nicht nur in der Küche, auch für die Gesundheit erweist sich die Pflanze als überaus hilfreich. „Einfach mit heißem Wasser aufgießen – und fertig ist das perfekte Mittel gegen Erkältungen“, sagt Hamdan. „Doch, Vorsicht“, mahnt Becker-Kückens, „Minze breitet sich aus wie Unkraut.“