Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Gedenkstätte in Bookholzberg Landkreis zieht mit bei Gedenkstätten-Plan

Von Reiner Haase | 04.04.2019, 21:21 Uhr

Bookholzberg/Landkreis Oldenburg. Der Landkreis Oldenburg ist bereit, den Kauf und die Sanierung eines Hauses im Spieldorf in Bookholzberg mit über 90000 Euro unterstützen. Dort soll die Nazi-Vergangenheit dokumentiert werden.

Der Kulturausschuss des Landkreises Oldenburg sendet ein starkes Signal Richtung Ganderkesee, das die finanzielle Unterstützung des geplanten Informationszentrums Freilichtbühne Bookholzberg beinhaltet. Die Kulturpolitiker aller Parteien stimmten geschlossen für den Vorschlag der Kreisverwaltung, Zuschüsse für den Kauf eines Hauses im Spieldorf und die Sanierung des Gebäudes zu zahlen.

„Gut angelegtes Geld“

„Die Freilichtbühne hat mindestens regionale Bedeutung. Sowas hat es in weiten Teilen des Landes nicht noch einmal gegeben“, betonte Landrat Carsten Harings am Donnerstagnachmittag im Saal der Kreismusikschule in Wildeshausen, wo der Kulturausschuss tagte. Die Geschichte der Freilichtbühne mit Spieldorf aus Fachwerkhäusern, auf der in den 1930-er Jahren das August-Hinrichs-Stück „De Stedinge“ als Propaganda für die Nazi-Ideologie vor Publikum in Massen aufgeführt wurde, müsse aufgearbeitet und präsentiert werden, betonte der Landrat. Die von den Nazis unter dem Gauleiter Carl Röver mit dem Beinamen „Stedingsehre“ bedachte Freilichtbühne sei „in einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte entstanden, mit dem wir uns befassen müssen“, ergänzte der CDU-Abgeordnete Günter Westermann. „Das ist gut angelegtes Geld“, fügte er bei.

Kauf-Zuschuss im Sommer

Die Gemeinde Ganderkesee will das denkmalgeschützte Haus 21 im Spieldorf kaufen und nach Vorgaben des Denkmalschutzes sanieren lassen. Laut Empfehlung des Kulturausschusses beteiligt sich der Landkreis mit 50 Prozent der ungedeckten Kosten am Kauf und an der Sanierung, maximal 90.500 Euro. Die Kaufsumme für das Haus 21 mit Grundstück beträgt laut Kreisverwaltung 54.000 Euro einschließlich Nebenkosten. Die Freigabe der halben Kaufsumme noch in diesem Jahr soll vom Kreistag in der Juli-Sitzung beschlossen werden, falls die Gemeinde Ganderkesee sich in gleicher Weise engagiert. Die Restsumme soll in den Haushaltsplan für 2020 eingearbeitet werden; mit ihr sollen Planungs- und Sanierungskosten bezuschusst werden.

Zuschüsse einkalkuliert

Für die Sanierung hat das Architekturbüro Angelis und Partner in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde im Kreishaus Kosten in Höhe von 257.000 Euro veranschlagt. Sowohl der Kauf als auch die Sanierung sind laut Kreisverwaltung nach den Regeln des „Leader“-Förderprogramms zuschussfähig. Die kalkulierte Fördersumme von 105.000 Euro sei „nicht aus der Luft gegriffen“, betonte jetzt Landrat Harings. Der Förderverein will Eigenleistungen im Wert von 25.000 Euro beisteuern.