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Gefährliches Pflaster Kopfsteine nerven Bürger und steigern Unfallgefahr in Kirchseelte

Von Alexander Schnackenburg | 05.12.2015, 14:18 Uhr

Denkmalschutz und moderner Straßenverkehr sind für viele Kirchseelter nicht unter einen Hut zu bringen. Sie beklagen den jämmerlichen Zustand der Dorfstraße.

Das Gerumpel vorbeifahrender Lastwagen störe ihren Schlaf, bei Glatteis schwebe man auf der Dorfstraße in Lebensgefahr und obendrein müssten sie bis zu zwölf Radkappen und sonstige Autoteile wöchentlich aus ihren Vorgärten aufsammeln: Die Anwohner der Dorfstraße in Kirchseelte fordern Asphalt statt des brüchigen Kopfsteinpflasters auf einem rund 200 Meter langen Stück mit Abhang und Kurve auf der Durchfahrtsstraße. Auf Einladung der FDP haben sie gestern gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Stark (SPD) und dem Fraktionsvorsitzenden der Liberalen im Landtag, Christian Dürr, die Lage vor Ort besprochen.

Bürgermeister will Asphalt

Dürr versprach den Anwohnern umgehend seine Unterstützung im Landtag, fügte aber hinzu, dass er nicht in der Regierung sitze, also keine Ergebnisse versprechen könne. Bürgermeister Klaus Stark räumte ein, dass die Straße auch aus seiner Sicht asphaltiert werden müsse. Ohnehin herrsche hierüber politischer Konsens in Kirchseelte. Allerdings könne die Gemeinde kaum etwas unternehmen, das Land Niedersachsen sei zuständig, tue sich aber schwer damit, die Straße zu asphaltieren, weil das Kopfsteinpflaster denkmalgeschützt sei.

Pflaster unter Denkmalschutz

Grundsätzlich sieht das der Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag, Ernst-August Bode, ebenso, weist aber auf einen juristischen Aspekt hin: „Zwar ist das Land für die Straße zuständig, aber der Kreis Oldenburg für die Verkehrssicherheit.“ Hierin liege unter Umständen die Chance der Anwohner – und ein gewichtiges Argument dafür, dass das Land das Ergebnis eines Planfeststellungsverfahrens ändere und den Denkmalschutz aufhebe.

Rutschgefahr bei Glätte

In der Tat halten die Bürger Kirchseeltes die Verkehrssicherheit auf der Dorfstraße schon lange nicht mehr für gewährleistet. Das Pflaster sei so holprig, erklärte etwa Anwohner und FDP-Mitglied Gerfried Holthusen, dass sich zwischen den einzelnen Pflastersteinen teilweise Kluften von mehreren Zentimetern Tiefe befänden. Wegen des sandigen Untergrunds und des starken Gefälles sei es in der Vergangenheit zudem immer wieder missglückt, die Fugen zwischen dem Steinen mit Teer dergestalt auszufüllen, dass man von einer „heilen Straße“ sprechen könne. Die Dorfstraße bei Glatteis effektiv zu räumen, sei ebenfalls kaum möglich. Erst voriges Jahr sei ihm ein LKW in die Scheune gerutscht. Wie oft er bereits den Zaun vor seinem Haus habe erneuern müssen, wisse er gar nicht.