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Gefahren durch Energieanlagen Mediziner warnt in Hatten vor Infraschall durch Windkraft

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 12.05.2016, 19:59 Uhr

Die Bundesregierung treibe den Bau von Windenergieanlagen voran, ohne die gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung einschätzen zu können. Teilweise ignoriere sie diese gar. So sehen es die „Ärzte für Immissionsschutz“ (aefis), einer Arbeitsgruppe umweltmedizinisch interessierter Ärzte um den Allgemeinmediziner Dr. Thomas Carl Stiller aus Uslar (bei Göttingen).

Sie sehen großen Forschungsbedarf. Am Mittwochabend hat Stiller auf Einladung der FDP rund 100 Zuhörer im Hotel Meiners unter dem Titel „Windkraft! Infraschall? Krankheit?“ über mögliche Gefahren durch Windenergieanlagen informiert.

Infraschall-Auswirkungen erforschen

Den Schwerpunkt legte der Referent dabei auf das Thema „Infraschall“. Die Auswirkungen dieser tieffrequente Töne auf Mensch und Tier sind nach Stillers Auffassung noch längst nicht hinreichend untersucht.

Zwar agierten Bundesregierung und Windenergie-Lobby frei nach dem Motto „Was man nicht kennt, macht auch nicht krank“. Allerdings blende der Bund, um diese „Argumentation“ aufrecht erhalten zu können, zusehends Fakten aus.

Konzentrations- und Sehstörungen

So ließen sich längst typische Syndrome bei Menschen nachweisen, die über Beschwerden durch Infraschall berichteten.

Diese reichten von Konzentrations- und Sehstörungen über Übelkeit, Tinitus und Ohrenschmerzen bis hin zu Depressionen und Herzrhythmusstörungen. Stiller führte eine Reihe von Fallbeispielen auf, nannte konkrete Personen, die durch Infraschall erkrankt seien und schließlich ihr Zuhause aufgegeben hätten, um nicht länger von Windenergieanlagen umgeben zu sein.

Vorwurf an die Genehmigungsbehörden

Vielleicht am schwersten wiegt Stillers Vorwurf an die Genehmigungsbehörden von Windparks, dass diese die abstandbestimmenden Normen nach einer veralteten Messmethoden festlegten: „Es wird nicht sauber gearbeitet!“ So würde allein der hörbare Schall ermittelt, tieffrequente Töne hingegen nicht.

Stiller verwies auch auf die große Wellenlänge von Infraschall. Diese habe zur Folge, dass man die Töne oftmals aus größerer Entfernung stärker wahrnehme als aus unmittelbarer Nähe.