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Gemeindefeuerwehrtag in Bergedorf Feuerwehrleute und ihr Kampf gegen die Zeit

Von Frederik Grabbe | 28.06.2015, 16:44 Uhr

In der gestrigen Sommerhitze mussten die Feuerwehrleute der Ortswehren ranklotzen. Beim Gemeindefeuerwehrtag in Bergedorf kam es auf Schnelligkeit an– und auf Präzision.

Bergedorf. Sie schleppen, sie rollen, sie spritzen: Beim Gemeindefeuerwehrtag kommt es ganz auf Fehlerfreiheit an – und auf Schnelligkeit. Mehrere Ortsfeuerwehren haben sich bei einem simulierten Brandfall miteinander gemessen. Ein Fünkchen Ernst schwingt bei dem Wettbewerb aber auch mit, denn die Kameraden und Kameradinnen üben auch für den Ernstfall.

Mühe lohnt sich

„Jetzt ist die Saison zu Ende“, sagt Anette Weigel beinahe erleichtert. Der Gemeindefeuerwehrtag war der letzte Wettbewerb in diesem Jahr, an dem die Gruppenführerin aus Bookholzberg mit ihrem Trupp teilgenommen hat. Seit Gründonnerstag haben die Feuerwehrleute wöchentlich geübt. Jetzt hat sich der vergossene Schweiß und die investierte Mühe – zumindest auf Gemeindeebene – ausgezahlt.

Zielgenaues Löschen

Die Bookholzberger Truppe lässt die Gruppen aus Ganderkesee, Falkenburg und den Gastgeber Bergedorf hinter sich. „Das ist ein komplexer Wettbewerb. Es gibt einen ausführlichen Fehlerkatalog“, sagt Weigel. Seit einigen Jahren nimmt sie mit ihrer Gruppe an Wettbewerben teil. Und die sind in ganz Niedersachsen gleich: Vereinfacht gesagt müssen neun Feuerwehrleute mit ihren Einsatzfunktionen, also Gruppenführer, Melder oder Maschinist, einer fiktiven Gefahrensituation entgegentreten. Ein Wassertrupp sorgt für die Wasserversorgung zum Beispiel aus einem Löschwasserbehälter. Ein Schlauchtrupp rollt Wasserschläuche aus und muss diese verbinden. Ein Angriffstrupp hat ein bestimmtes Ziel zu löschen. Was im Ernstfall das Dach eines Hauses sein kann, sind beim Feuerwehrtag drei Kanister auf Pfählen, die zielgenau hinuntergespritzt werden müssen.

Fehler rächen sich sofort

„Fehler im Ablauf und mangelndes Tempo schlagen sich sofort im Punktekonto nieder“, so der Bergedorfer Ortsbrandmeister Jens Schröder. Etwas abgespeckter war das Verfahren bei den Seniorengruppen (ein Trupp muss insgesamt 380 Jahre alt sein) und auch bei der Jugendfeuerwehr. Rohre und Schläuche verbinden durfte der Nachwuchs auch. Aber eines durfte er (noch) nicht: mit Wasser löschen.