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Gerichtsurteil wirkt sich aus Gerangel um verkaufsoffene Sonntage in Ganderkesee

Von Thomas Breuer | 16.03.2016, 20:29 Uhr

Vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr darf es in niedersächsischen Kommunen geben, das ist gesetzlich so geregelt. Letztlich sind es vielerorts kontinuierlich mehr geworden, weil mitunter für jeden Stadtteil separat gezählt wurde. Dass das Verwaltungsgericht Hannover dieses Prozedere im vergangenen Oktober auf Betreiben der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di exemplarisch für Hannover untersagt hat, setzt nun die Kaufleute in vielen Städten und Gemeinden unter Zugzwang, so auch in

In diesem Jahr könnte alles noch mal nach altem Muster laufen, mutmaßten sie am Dienstabend während der Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft GanterMarkt im Oldenburger Hof. Spätestens 2017 aber, stellte der Vorsitzender Timo Vetter klar, müsse anders verfahren werden. Es habe bereits ein Gespräch zu den neuen Gegebenheiten mit der Verwaltung gegeben. Die Gemeinde, hieß es am Mittwoch auf Nachfrage aus dem Rathaus, werde angesichts des Urteils vom 15. Oktober die bisherige Praxis überprüfen, warte aber noch auf eine gesetzliche Verankerung. Man hoffe, so Rathaussprecher Hauke Gruhn, „dass der Landesgesetzgeber im Hinblick auf das Urteil eine Gesetzesänderung oder eine Klarstellung vornimmt“. Gegebenenfalls sei die bisherige Praxis für 2017 zu ändern.

Konfliktpotenzial zeichnet sich ab

Für diesen durchaus wahrscheinlichen Fall ist schon jetzt Konfliktpotenzial abzusehen. Zwei Dutzend am Dienstag anwesende GanterMarkt-Mitglieder votierten dafür, das Frühlingserwachen mit verkaufsoffenem Sonntag, das diesmal am 3. April steigt , künftig an einem Termin mit dem Pendant in Bookholzberg zu feiern.

Damit allerdings konnte sich Dietmar Mietrach, Vorsitzender von „Wir in Bookholzberg“, am Mittwoch auf Nachfrage gar nicht anfreunden. Er will auch künftig seinen Frühlingsmarkt an jedem letzten Sonntag im April veranstalten. „Daran halten wir fest“, so Mietrach. „Und ich halte es nicht für gut, wenn parallel dazu ein Frühlingsfest in Ganderkesee stattfindet.“

Betriebe an Westtangente wollen ihren verkaufsoffenen Sonntag

Das wäre insofern problematisch, weil bei zwei verkaufsoffenen Frühlingsfesten in der Gemeinde 2017 einer der etablierten verkaufsoffenen Sonntage entfallen müsste. Entweder der zum sehr erfolgreichen Schredderfest, das im Januar seine Premiere feierte, der zum Herbstmarkt (diesmal am 18. September) oder der zum GanterTach! (diesmal am 6. November).

Keine leichte Entscheidung, zumal sich schon jetzt Unmut regt, weil nicht jeder mit seinen Wünschen zum Zuge kommt. Denn schon für den Tag der offenen Tür an der Westtangente, der für den 5. Juni angedacht ist, ist im Ganderkeseer Ortskern kein verkaufsoffener Sonntag mehr übrig. Er könnte allenfalls als Schautag konzipiert werden, was etwa Heinz-Georg Wührdemann vom gleichnamigen Ford-Autohaus ziemlich missfällt.