Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Geschäftswelt in Ganderkesee Gemeinde Ganderkesee kauft LzO-Haus am Markt

Von Thomas Deekenund Reiner Haase | 19.10.2017, 20:23 Uhr

Ganderkesee hat zugegriffen, bevor die LzO an die Grüppenbührener Straße umzieht. Der Kauf der Immobilie am Markt zielt auf Stärkung des Einzelhandels ab.

Die Gemeinde Ganderkesee hat das Gebäude der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) an der Rathausstraße gekauft. Das hat Bürgermeisterin Alice Gerken am Donnerstagvormittag berichtet.

„Wir wollen ein ganz klares Zeichen für die Rathausstraße und gegen Leerstände im Ortskern setzen“, sagte Gerken. Der Kaufvertrag werde in den kommenden Tagen unterzeichnet. Für die Immobilie mit allem Drum und Dran lege die Gemeinde insgesamt 915.000 Euro auf den Tisch. Diese Investitionen tauchen bereits im Haushaltsplan unter Ausgaben 2018 auf.

Sobald die LzO im nächsten Jahr in ihr neues Gebäude an der Grüppenbührener Straße/Ecke Grüner Weg gegenüber dem Famila-Markt zieht, sollen die Räume vermietet werden. Ganz wichtig: Das Erdgeschoss ist nach Angaben der Bürgermeisterin für den Bereich Einzelhandel gedacht.

Wer sich für die knapp 300 Quadratmeter große Fläche, auf der sich derzeit die Sparkassenfiliale befindet, und für Büroräume in ähnlicher Größe im ersten Obergeschoss interessiert, kann sich ab sofort mit Wirtschaftsförderin Christa Linnemann, Telefon (04222) 44201, in Verbindung setzen. Zur Immobilie gehört außerdem noch eine 180 Quadratmeter große Wohnfläche im zweiten Obergeschoss.

Gemeinde will fürOrtsmitte Flagge zeigen

Im Sommer vergangenen Jahres habe es die ersten Überlegungen gegeben, das Gebäude zu kaufen, so die Bürgermeisterin. Die Idee dabei: Die Gemeinde wolle die Hand auf dem Objekt haben, um Plänen anderer Investoren vorzubeugen, mit denen Gemeinde und Kaufleute im Ortskern nicht einverstanden seien. Darüber hinaus möchte die Gemeinde ihren Einsatz für die Rathausstraße unterstreichen. „Wir zeigen da an dieser exponierten Stelle wirklich Flagge“, ergänzte der Erste Gemeinderat Rainer Lange.

Das Okay sei vor Kurzem auch von den Ratsmitgliedern gekommen. In nichtöffentlicher Sitzung habe eine breite Mehrheit dem Kauf zugestimmt.

Die Bürgermeisterin erinnerte an eine ähnliche Situation vor etwa zehn Jahren. Damals hatte die Gemeinde der Bahn den Bahnhof abgekauft. Das Gebäude sei ortsprägend. Auch da habe die Gemeinde ihren Einfluss nicht verlieren wollen.

Timo Vetter, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Ganter-Markt, begrüßte die Entscheidung: „Grundsätzlich finden wir es gut, wenn das Gebäude in der Hand der Gemeinde ist.“ Das sei besser, als wenn ein anderer Investor mit Plänen käme, die nicht zum Ortskern passten. Bei der Fläche im Erdgeschoss sollte die Gemeinde allerdings auch tatsächlich, wie von der Bürgermeisterin angekündigt, an den Einzelhandel denken.

Halbzeit am Baufür neue LzO-Räume

Wenige Stunden nach der Erklärung der Gemeinde zur Zukunft des bisherigen LzO-Hauses gab es auf der Baustelle für die neue LzO-Geschäftsstelle und drei Wohnungen Grund zum Feiern. Ein halbes Jahr nach dem Beginn der Bauarbeiten stand das Richtfest an. Mit dem Richtkranz und Musik vorneweg erkundete Bauherr Olaf Stolle am Donnerstagnachmittag mit den Nachbarn den Rohbau. Der von den Nachbarn gebundene Richtkranz hing wenig später im Dachstuhl, die bunten Bänder flattern seitdem im Wind.

Die Kosten für den Neubau beziffert Stolle mit rund zwei Millionen Euro. Das Erdgeschoss und die erste Etage mit 650 Quadratmetern Nutzfläche mietet die LzO. Obendrauf kommen drei Penthousewohnungen, 80 bis 90 Quadratmeter groß. Die Bauarbeiten sollen im ersten Quartal 2018 abgeschlossen sein, denn der Mietvertrag mit der LzO gilt ab dem 1. April.