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Geschäftszeile Parkstraße in Hude Zweite Ladenzeile in Huder Ortsmitte umstritten

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 11.05.2016, 22:15 Uhr

Hude tut sich schwer mit dem neuen Einzelhandelskonzept. Strittig ist, ob zusätzliche Läden in zweiter Reihe einen Verdrängungswettbewerb auslösen würden.

Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat das dicke Fragezeichen hinter der Neufassung des Konzepts für die Einzelhandelsentwicklung in Hude nicht ausradiert. Befürworter und Gegner hielten sich am Mittwoch, 11. Mai, in der Sitzung des Fachausschusses im Feuerwehrhaus die Waage. Somit bleibt offen, ob das Konzept, wie geplant, am 16. Juni eine Mehrheit im Gemeinderat findet.

SPD erwartet neuen Schwung

Streitpunkt im ansonsten unstrittigen Konzept der Beratungsfirma Stadt und Handel war es schon in Diskussionen in Ratgremien vorher und bleib es auch jetzt, ob Einzelhandel in zweiter Reihe zwischen der Parkstraße und der entlang der Bahn verlängerten Dr.-Gustav-Thye-Straße existenzgefährdend für Geschäfte an der Einkaufsmeile Parkstraße würde oder ob mehr Vielfalt Dynamik in den Einzelhandel brächte. SPD-Sprecherin Ulrike Janz-Janzen schielt dabei ganz offen auf Kunden von außerhalb, unter anderem auf Touristen. „Uns treibt die Sorge, dass wir Entwicklungen verhindern“, erklärte die Sozialdemokratin, „den Drei-, Vier-, Fünf-Tage-Tourismus können wir nur fördern, wenn wir mehr Kleinteiliges bieten.“ Ähnlich äußerte sich auch SPD-Fraktionschef Heiko Aschenbeck: „Neues lockt Kunden an“, lautet seine Überzeugung.

CDU warnt vor Verdrängungswettbewerb

Carsten Möhlenbrock (CDU) hielt mit einem Zitat des Bürgermeisters Holger Lebedinzew dagegen: „Lieber einmal viel als zweimal wenig“. Er bezog sich damit auf die klare Aussage im Konzeptentwurf, dass zusätzlicher Einzelhandel einen Verdrängungswettbewerb auslösen würde. Stadt-und-Handel-Geschäftsführer Marc Föhrer bekräftigte diese Einschätzung im Fachausschuss noch einmal. „Wir könnten nicht einmal den fünften Supermarkt im Ort verhindern“, warnte Wilfried Siems (CDU).

Bürgermeister kann Zünglein an der Waage werden

Andreas Otte vom Gewerbe- und Verkehrsverein regte an, den Geschäften an der Parkstraße Erweiterungsmöglichkeiten Richtung Bahn einzuräumen. Bürgermeister Lebedinzew bekannte, er habe sich „schweren Herzens“ auf die Seite des externen Gutachters begeben. Seine Stimme könnte im Gemeinderat ausschlaggebend sein.