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Geschichte der Huder Wassermühle Mönche legten vor 700 Jahren Mühlenteich an

Von Dirk Hamm | 24.07.2015, 20:14 Uhr

Das Mühlenrad steht seit Langem still, dafür bietet die Huder Wassermühle eine schöne Kulisse für Trauungen. Die Mühle wurde erstmals 1527 erwähnt.

Seit Jahren erfreut sich die Huder Wassermühle bei Brautpaaren als Trauungsort mit besonderem Flair großer Beliebtheit. Die Mühle ist Bestandteil des historischen Klosterareals, auf dem die imposante Backsteinruine des früheren Zisterzienserklosters die Blicke auf sich zieht. „Die genaue Geschichte der Huder Klostermühle ist über die Jahrhunderte in Vergessenheit geraten“, sagt Gutsverwalterin Greta v. Witzleben. Im 17. Jahrhundert hatte die Familie v. Witzleben die Ländereien mit der ehemaligen Klosteranlage vom dänischen König erworben. In einer wissenschaftlichen Arbeit hat Greta v. Witzleben während ihres Studiums der Forstwissenschaften auch die Geschichte der Klostermühle untersucht.

Über deren ursprünglichen Standort, so weiß die Gutsverwalterin zu berichten, könne nur spekuliert werden, da bis zum heutigen Tag keine archäologischen Ausgrabungen hierzu stattgefunden haben. Vermutet wird, dass sich die erste Mühle an einem kleineren Seitenarm des Huder Bachs befunden hat, dessen Entstehung im Zusammenhang mit der Erbauung des Zisterzienserklosters zu Hude in der Mitte des 13. Jahrhunderts zu sehen ist. Belegt ist, dass vor rund 700 Jahren neben dem Huder Bach von den Huder Mönchen ein 0,3 Hektar großer Mühlenteich ausgehoben und angestaut wurde. Noch heute liegt der Mühlenteich im Gutspark versteckt.

Nach einem Brand 1542 wurde die Mühle wieder aufgebaut

Der heutige Mühlenstandort am Geesthang war gut gewählt, da sich an dieser Stelle die wasserreiche Berne gut stauen ließ und somit den Einsatz eines mittelschlächtigen Wasserrades ermöglichte. Bei dieser Art der Mühlenkonstruktion trifft das Wasser etwa auf Nabenhöhe auf das Rad.

Die erste Erwähnung der Mühle datiert laut der Forschungsarbeit von Greta v. Witzleben aus dem Jahr 1527. Nach einem Brand im Jahr 1542 gelang es, die Mühle mit Steinen aus den Klostergebäuden wieder aufzubauen. Als Graf Anton I. von Oldenburg und Delmenhorst 1547 die Grafschaft Delmenhorst wieder mit der Grafschaft Oldenburg vereinte, wurde aus der ehemaligen Klostermühle eine Herrschaftsmühle. Sie hatte damals zwei Mahlgänge.

Die Mühle war eine sogenannte Zwangsmühle für die Ortschaften Hude, Lintel, Hurrel, Vielstedt und Gruppenbühren. Der Mühlenzwang – auch Mühlenbann genannt – sicherte den Grundherren das alleinige Recht zum Bau und Betreiben einer Mühle zu. Dies sicherte dem Müller beziehungsweise dem Grundherren über Jahrhunderte gleichbleibende Einkünfte.

Heutiges Mühlengebäude steht seit etwa 1800

Seit 1687 war der dänische Jägermeister, Oberförster und Drost Kurt Veit v. Witzleben Herr auf Hude und Elmeloh und somit auch Eigentümer der Huder Mühle. Die Familie von Witzleben hatte zeitweise die Monopolstellung im Mühlenwesen in der Region inne. Im Familieneigentum befanden sich sechs Wassermühlen. Später kamen noch Windmühlen hinzu, eine der bekanntesten ist die Hemmelsberger Windmühle.

Das heute noch stehende Gebäude der Huder Wassermühle wurde um das Jahr 1800 errichtet. Gestützt wird diese Datierung durch dendrochronologische Untersuchungen, die 2010 vorgenommen wurden. Der letzte Mühlenpächter, Müller Borgmann, legte den Mühlenbetrieb 1956 nieder.