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Serie zur "Kiek in't Land"-Radroute Geschichtsstunde und Hofbesichtigung in Schönemoor

Von Niklas Golitschek | 05.08.2019, 20:14 Uhr

In Schönemoor warten auf der „Kiek in't Land“-Fahrradroute in Ganderkesee gleich zwei Stationen. Ausflügler können sich ebenso über die Entstehung des Kanalsystems sowie die Ernährung der Kühe auf dem Hof Eilers informieren.

Die Radroute von Hasbergen nach Schönemoor ist gut erschlossen. Den Moorgrabendeich entlang bietet sich kurz vor der Abzweigung auf die Schönemoorer Landstraße eine gemütliche Möglichkeit für eine Pause an.

Holzbank- und Tisch, aufgestellt vom Ortsverein, laden zum Verweilen und einen Snack ein zwischen ein, umgeben von Bäumen und mit Blick auf den Brok. Gleich daneben sind zwei Infotafeln zu finden: Eine Karte der Ortschaft sowie ein kleiner Geschichtsexkurs.

Infotafeln klären auf

Auf der Karte ist bereits eindrucksvoll ersichtlich, worüber die andere Tafel, eine der „Kiek in't Land“-Stationen, aufklärt. Der Grundstein für das Leben, wie es heute in Schönemoor möglich ist, wurde bereits im 12. Jahrhundert gelegt: mit einem Deich und Gräbensystem. „Das wurde über die Jahrhunderte entwickelt“, sagt Harm-Dierk Kämena vom Landvolk.

Notwendig war das, um die Gegend zu besiedeln. Das sei sie zwar auch vorher schon der Fall gewesen, doch: „Die Leute hatten immer nasse Füße.“ Denn Schönemoor liegt tiefer als das Umland und da gilt das laut Kämena das alte Gesetz, dass die Unteren den Oberen das Wasser abnehmen, etwa aus Elmeloh, Hoykenkamp, Stenum oder Rethorn. Vom Geestrandgraben fließt das Wasser dann in die Ochtum. „2000 Meter weiter Richtung Westen gibt es noch einen Kanal in die Neue Ollen“, ergänzt Kämena. Zuletzt wurde als größere Maßnahme mit dem Geestrandgraben vor rund 50 Jahren das alte Kanalsystem neu ausgebaut.

Zweite Station wenige Meter entfernt

Nach der Pause am Geestrandkanal steht an der Schönemoorer Landstraße schon gleich die nächste „Kiek in't Land“-Station. Am Hof der Familie Eilers ist eine weitere Infotafel aufgestellt, die über deren Milchviehbetrieb mit 120 Kühen und der gleichen Zahl Kälber auf einer Fläche von 85 Hektar aufklärt. Auch, dass dort 90 Prozent des Tierfutters selbst angebaut werden oder wie die zwei Melkroboter funktionieren wird grob beschrieben. „Dann kann man sich besser direkt angucken“, sagt Jana Eilers, die in fünfter Generation mit ihren Eltern auf dem 1914 gegründeten Hof lebt. Besichtigungen des erst 2015 modernisierten Stalls seien nach Absprache möglich.

Wer Glück hat, kann auch einige der Kälber auf der Wiese hinter der Infotafel erkennen oder aus der Nähe sehen. Daneben ist ein Schaukasten, den die Familie Eilers für die Initiative Einsichten in die Tierhaltung des Vereins Information Medien Agrar (IMA) aufgestellt hat. „Wir sehen viele Leute an den Schaukästen“, sagt Mutter Heike Eilers. Rückfragen an den Betrieb von Radfahrern gebe es bisher allerdings noch nicht gegeben. Besuch komme überwiegend in Form von Schulklassen durch die Zusammenarbeit mit dem Regionalen Umweltzentrum (RUZ).

Viel Verkehr

Auch Harm-Dierk Kämena hatf festgestellt, dass die Bänke des Ortsvereins Schönemoor entlang der Radstrecken oft gut besucht, auch die an der von ihm betreuten Infotafel. Anders als auf dem Hof Eilers sind hier jedoch keine Führungen möglich. Doch um das ausgeklügelte Kanalsystem zu verstehen, reicht ein Blick auf die Karte oder über den Brok.