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Geschichtsunterricht in Ganderkesee Anstoß zum Nachdenken über den Frieden gegeben

Von Thomas Deeken | 04.11.2015, 16:57 Uhr

Mit dem Appell, sich zu informieren, eine eigene Meinung zu bilden, womöglich politisch zu engagieren und über Friedensbildung nachzudenken, hat sich Werner Fleischer vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am Mittwoch als Gast an die Schüler der Klasse 10b des Gymnasiums Ganderkesee gewandt. Zwei Schulstunden lang informierte und diskutierte Fleischer mit den Jugendlichen im Geschichtsunterricht rund um die Themen Krieg und Frieden.

 

Fleischer, Jahrgang 1942, der die Auswirkungen des Krieges hautnah miterlebt hatte, informierte zum Thema „Volkstrauertag – Bedeutung und Relevanz für heutige Jugendliche“, sprach von Millionen von Kriegstoten in den beiden Weltkriegen, um angesichts der aktuellen Situation im Osten Europas, in Syrien und anderen asiatischen und afrikanischen Ländern zur Erkenntnis zu kommen: „Die kriegerischen Auseinandersetzungen nehmen kein Ende. Die Menschheit scheint aus der Vergangenheit nicht zu lernen.“

Falsches Heldentum und Hetze bei Facebook

Der 72-Jährige, der über die Geschichte des Volkstrauertages berichtete und darüber, wie Jugendliche vieler Nationen zur Erinnerung gemeinsam Kriegsgräber anlegen, kam schon nach kurzer Zeit mit den Schülern ins Gespräch. Dabei diskutierten sie unter anderem über falsches Heldentum, radikale Neonazis, Hetze bei Facebook, Einsatz von deutschen Soldaten im Ausland, Entwicklungspolitik in Westafrika, Flüchtlinge in Europa und Wahlmüdigkeit bei jungen Menschen. Dabei wurde ein Kernübel aufgedeckt: Unwissen. Dazu Fleischer: „Wissen ist Macht. Jeder hat das Recht, aber auch die Pflicht, sich zu informieren.“ Im Laufe der Doppelstunde brachten sich immer mehr Jugendliche einschließlich Geschichtslehrer Carsten Hartmann als Moderator in die Diskussion ein, fragten, erklärten, suchten nach Lösungen und nahmen viel aus den Erfahrungen Fleischers mit. Am Ende freute er sich, dass die jungen Menschen auf einem guten Weg seien, um die Vergangenheit zu begreifen und dass er Anstöße zum Nachdenken über den Frieden geben konnte.