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„Jugend musiziert“ Geschwisterpaar aus Heide qualifiziert sich für Landeswettbewerb

Von Bettina Dogs-Prößler | 03.02.2019, 14:23 Uhr

Ein Bruder und eine Schwester aus Heide haben bei „Jugend musiziert“ abgeräumt. Sie spielt Geige, er Cello, gemeinsam wollen sie sich jetzt beim Landeswettbewerb in Hannover behaupten.

Beim letzten Mal war sie noch zu jung. Jetzt aber, mit 14, steht Freya wieder ganz vorne, wieder mit der Violine, wieder als Beste ihrer Altersklasse. Mit einem Unterschied: Dieses Mal geht es für die Schülerin aus Heide weiter. Dieses Mal ist sie endlich mit dabei: in der nächsthöheren Liga von „Jugend musiziert“.

In der Familie von Freya Wessolowski ist man musikalisch. Mutter Katja spielt Kontrabass, Schwester Charlotte Bratsche. Und Bruder Philipp, 16, Cello. Und das offenbar sehr gut: Sowohl Freya als auch Philipp haben sich jetzt beim 56. Regionalwettbewerb, der vergangenen Samstag in Wildeshausen anstand, in ihren Altersklassen an die Spitze gespielt. 23 bis 25 von 25 möglichen Punkten – so viel müssen am Ende auf dem Blatt der Jury stehen, wenn es weiter zum Landeswettbewerb nach Hannover gehen soll. Bei Philipp Wessolowski standen sie am Ende auf dem Bewertungsbogen. Mit Stücken von Bach, Haydn und Schostakowitsch hat er sich mit seinem Violoncello bei den 16- bis 18-Jährigen das Ticket nach Hannover geholt, Schwester Freya bei den 14- bis 16-Jährigen und hervorragenden 24 Punkten an der Geige.

Jugendliche messen sich musikalisch seit 55 Jahren

Seit 55 Jahren treten jährlich bundesweit mehrere tausend Jugendliche bei „Jugend musiziert“ an, um sich mit anderen zu messen und zu sehen, wo man musikalisch steht. Ausgetragen werden die Wettbewerbe auf drei Ebenen: dem Regionalwettbewerb, dem Landeswettbewerb und dem Bundeswettbewerb. „Von Station zu Station wird es immer anspruchsvoller“, weiß Philipp Wessolowski. Vor drei Jahren hat er schon einmal auf Landesebene vorgespielt. Aber dann war Schluss. Zehn bis 20 Minuten haben die Jugendlichen Zeit, ihr Programm souverän abzuliefern, vorgegeben sind Stücke aus verschiedenen Epochen. Weiter kommt nur, wer mindestens 23 Punkte einspielt. 2015 haben laut Wikipedia 50.000 Jugendliche am Regionalwettbewerb teilgenommen, rund 2400 Preisträger waren es beim Bundeswettbewerb. Für viele ist er das Sprungbrett in den professionellen Orchestermusikbereich.

Jetzt schon Teil eines Ensembles

Auch Philipp und Freya Wessolowski sind bereits Teil eines Ensembles, beide spielen im Jugendsymphonieorchester Bremen. Darüber hinaus gehört Philipp dem Landesjugendorchester Bremen an, in dem die besten Orchestermusiker aus Bremen und dem nahen Umland versammelt sind. Die 14-jährige Freya ist Stipendiatin des Rotarier-Musikstipendiums an der Musikschule Delmenhorst.

Ende März nun geht es für beide weiter nach Hannover. Bis dahin liegen noch einige Übungsstunden vor den musikalischen Geschwistern. Ein bis drei Stunden täglich greifen sie zu ihren Instrumenten, mal zusammen, mal jeder für sich. „Schließlich wollen wir das Bestmögliche rausholen und versuchen, besser zu sein als das letzte Mal“, sagt die 14-jährige Freya.

„Und ich weiß, dass da noch mehr geht.“

„Und ich weiß, dass da noch mehr geht.“ Nach jedem Auftritt bekommen die jungen Musiker Ratschläge von der Jury, wie sie was verbessern können. Tipps, die auch die beiden Schüler mit nach Hause genommen haben. Wie es klappen wird, zeigt sich vom 28. bis 31. März in der Hochschule für Musik, Theater und Medien in der Landeshauptstadt. Bis dahin bleibt ihnen auf jeden Fall noch genügend Zeit zum Üben.

Infos:

Der erste „Jugend musiziert“-Wettbewerb fand 1964 statt. Hintergrund war die Suche des besten Nachwuchses für die vielen Kulturorchester zu der Zeit. Im Laufe der Jahre sind immer mehr Instrumente anderer Bereiche dazugekommen. Etliche weltberühmte Musiker haben einst bei „Jugend musiziert“ vorgespielt. So gewann die Violinistin Anne-Sophie Mutter als Elfjährige den Wettbewerb, oder auch die Weltklasse-Klarinettistin Sabine Meyer, die 1983 eine der ersten Frauen bei den Berliner Philharmonikern war.