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Gesellenprüfung zur Fotografin Kimberly Niemann aus Hude schneidet am besten ab

Von Alexander Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 17.10.2016, 20:08 Uhr

Die Huderin Kimberly Niemann ist von der Handwerkskammer Oldenburg ausgezeichnet worden. Von rund 20 Anwärtern belegte sie bei der Gesellenprüfung zur Fotografin den ersten Platz.

Ein bisschen habe sie tricksen müssen, erklärt Kimberly Niemann mit Blick auf ihre Prüfungsbilder. Für das Gesellenstück zur Fotografin mit Schwerpunkt Porträt hat sie unter anderem einen Marktstand fotografieren sollen – werblich: mit Verkaufsteam hinter der Ware, dem Besitzer in verschiedenen Posen und schließlich beim Abwiegen eines seiner Produkte.

23-Jährige ist als selbstständige Fotografin aktiv

Auf Niemanns Bildern aber hat die Standbesitzerin nichts abzuwiegen. Denn sie verkauft kein Obst, sondern Blumen. Trotzdem haben die Fotografin und ihr Modell eine Waage ins Bild „geschmuggelt“. Bei genauerer Betrachtung, so räumt die 23-Jährige ein, mache sich das Gerät zwar komisch auf dem Foto. Andererseits aber beschreibe gerade dieses Bild ihre Arbeit ziemlich gut. Denn sie sei eine sehr selbstständig agierende Fotografin, jemand, der die Bilder ernsthaft gestalte, statt den bequemeren Weg einzuschlagen und einfach das abzubilden, was sie ohne großes eigenes Zutun vorfinde.

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Arrangiertes Foto vom Blumenstand überzeugt Jury

Mit dieser Auffassung von einer zielführenden Arbeitsweise hat Niemann offensichtlich auch die Handwerkskammer Oldenburg überzeugt. Denn unter anderem dank ihrer eigens arrangierten Fotos vom Blumenstand samt Besitzerin hat die einstige Auszubildende des Ganderkeseer Fotografen Oliver Saul bei der diesjährigen Gesellenprüfung im Juni von allen rund 20 Anwärtern am besten abgeschnitten. Inzwischen hat sie sich selbstständig gemacht, lebt in Hude und fotografiert überwiegend Hochzeiten in Ostfriesland.

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Spagat zwischen Kundenwunsch und eigener Bildgestaltung

Um ihre Arbeit gut zu machen, versuche sie einen Spagat zu bewältigen, beschreibt Niemann eine der größten Herausforderungen der Hochzeits- und der Porträtfotografie: Sie versuche einerseits, im Sinne der Bildgestaltung das Heft in der Hand zu halten, zu agieren, statt nur zu reagieren. Andererseits müsse sie sich natürlich präzise an die Kundenwünsche halten. Um beides gleichermaßen zu lernen, blickt sie zurück, habe sie sich vor ein paar Jahren auch dazu entschieden, das Handwerk des Fotografen eben auch als handwerklichen Ausbildungsberuf zu lernen und eben nicht etwa an einer Kunsthochschule. Nicht zuletzt durch gut gefüllte Auftragsbücher fühle sie sich in ihrer damaligen Entscheidung bestätigt, erklärt Niemann sichtlich zufrieden.