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Gestaltung des Neuen Markts Gezanke um Markt in Ganderkesee dauert an

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 13.05.2016, 09:01 Uhr

Mit der Entscheidung, über die Umgestaltung des Neuen Marktes in Ganderkesee am Donnerstag, 26. Mai, nochmals in öffentlicher Sitzung zu beraten, habe der Verwaltungsausschuss ein klares Signal für eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit und gegen den Vorwurf der Kungelei gesetzt. So hat Dietmar Mietrach, Vorsitzender der CDU-Fraktion, am Donnerstag die Entscheidung des Verwaltungsausschusses, vorerst nichts zu entscheiden, kommentiert.

Die Mitglieder des nichtöffentlich tagenden Ganderkeseer Beschlussgremiums hatten sich, wie berichtet, am Mittwochabend mehrheitlich darauf geeinigt, noch keine Entscheidung für oder gegen den Plan des Landschaftsarchitekten Volker Kreye für den östlichen Teil des Marktes zu treffen.

Erwartungen gehen weit auseinander

Zu deutlich und zu vielfältig sind laut Mietrach die Einwände in der vorangegangenen Bürgerversammlung am 3. Mai gewesen.

„So umfangreich, dass wir erst noch das Protokoll der Versammlung studieren müssen. Das lag am Mittwochabend noch nicht vor“, benannte Mietrach den Beratungsbedarf aus Sicht seiner Fraktion. Generell könne man aber dem jüngsten von der Verwaltung vorgelegten Vorschlag zustimmen. „Wenngleich das eine oder andere Detail noch besprochen werden muss“, so Mietrach.

Auch die SPD-Fraktion wertet die nun vor einem endgültigen Beschluss vorgeschaltete weitere Debatte im nächsten öffentlichen Ausschuss für Gemeindeentwicklung am 26. Mai vor allem als Signal an die Bürger: „Damit niemand das Gefühl hat, hier würde etwas hinter verschlossenen Türen beschlossen“, brachte es der Vorsitzende der größten im Rat vertretenen Fraktion, Werner Brakmann, auf den Punkt. Aus Sicht seiner SPD-Fraktion sei der Kreye-Vorschlag akzeptabel.

„Zufahrt sicherstellen“

Aber auch die Sozialdemokraten möchten die Gelegenheit im nächsten Gemeindeentwicklungsausschuss nutzen, um in eine Diskussion um die letzten Feinheiten einzusteigen: „Wir wollen eine Zu- und Abfahrtsmöglichkeit vom Grünen Weg und von der Rathausstraße aus“, nannte Brakmann eine der Forderungen.

„Wir sind zunächst einmal erleichtert darüber, dass es am Mittwoch keinen ,Schnellschuss‘ gegeben hat“, vertrat GanterMarkt-Vorsitzender Timo Vetter die Ansicht der örtlichen Kaufleute.

„Anwohner und Kaufleute endlich beteiligen“

Seine Hoffnung: „An einer Entscheidung werden jetzt hoffentlich diejenigen beteiligt, die es hauptsächlich betrifft – nämlich die Anwohner und die Kaufleute“. Denn gerade in Bezug auf die Parkplätze hat es einen Disput gegeben.

Parkplätze, immer wieder Parkplätze

Vetter warnte nochmals eindrücklich davor, die Erreichbarkeit der Rathausstraße einzuschränken: „Wir brauchen Parkplätze! Dass die Leute direkt vor die Läden fahren und dort auch parken wollen, das ist ein Zeichen dieser Zeit.“

„Entsetzt und schwer enttäuscht“, so beschrieb Anwohnersprecher Jörg Vollstedt seine Seelenlage nach dem vorläufigen „Nicht-Beschluss“. Seine Befürchtung: „Es läuft doch offensichtlich darauf hinaus, dass sowieso das beschlossen wird, was beschlossen werden soll. Die Wünsche von uns Anwohnern werden nicht berücksichtigt, obwohl wir mehr als 170 Unterschriften eingereicht haben“, sagte er.

Vollstedt hatte sich in der Bürgerversammlung am 3. Mai unter anderem deutlich für eine Gastroszene auf dem Marktplatz ausgesprochen. Dies würde eine Befahrbarkeit des Marktplatz ausschließen.

„Flanieren statt Fahren“

Die Grünen treibe laut dem Ratsherrn Dr. Volker Schulz-Berendt die Sorge um, dass die Planungen nun erst recht in die falsche Richtung laufen könnten: „Der Marktplatz darf nicht zum Parkplatz werden, sonst heißt es am Ende noch Fahren statt Flanieren“, gab er zu bedenken.