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Gesundheit im Kreis Oldenburg Bürgerwissen gestaltet Gesundheitssystem mit

Von Reiner Haase | 15.07.2015, 22:39 Uhr

75 Fachleute und interessierte Bürger arbeiten der Gesundheitsregion Landkreis Oldenburg zu. Ihre Kenntnisse der Verhältnisse vor Ort sollen Weichen stellen.

Die Politik und die Fachleute in Hannover werden künftig mit dem Wissen von Akteuren und Bürgern aus dem Landkreis Oldenburg über Schwachpunkte im Gesundheits- und Pflegesystem vor Ort gefüttert. „Sie kennen die Besonderheiten, Entwicklungen, Schwachpunkte und Lücken am besten“, sagte Moderatorin Britta Richter am Mittwoch in der ersten Gesundheitskonferenz im Landkreis. Landrat Carsten Harings blickt wegen der Masse und Klasse der Interessierten guten Ergebnissen entgegen: „75 Anmeldungen – für meine Begriffe ist das großartig.“

Von Karies bis Flüchtlingsleid

Edith Ohlenbuschist von zwei Themenvorschlägen der Organisatorinnen Rabea Beyer und Martina Plagge zur Teilnahme am Auftakt der Gesundheitsregion Landkreis Oldenburg motiviert worden. Sie leitet den Kindergarten Sonneninsel in Bookholzberg und stuft den Karies bei Kindern als wichtiges Thema ein. „Bei uns werden die Zähne täglich geputzt, und wir werden dafür bei Kontrollbesuchen gelobt. Das kann ich übermitteln und erfahren, ob und warum das anderswo anders ist.“ Es ist anderswo anders: Laut Statistik des Gesundheitsamts haben Großenkneter Kinder um ein Vielfaches häufiger Löcher in den Zähnen als Ganderkeseer. Bleibt noch die Frage nach dem Warum.

Medizinische Versorgung und Fachkräftemangel

Ohlenbuschs zweites Thema betrifft Migranten. Die Sozialpolitikerin aus dem Ganderkeseer Gemeinderat weiß, dass Flüchtlinge häufig stark traumatisiert ankommen, und sie wünscht sich, dass die Traumata besser behandelt werden. „Mein Glück ist, dass beide Themen in einer Arbeitsgruppe behandelt werden“, stellte sie fest. In anderen Arbeitsgruppen haben die Diskussionen über die medizinische Versorgung und den Fachkräftemangel, die psychische Gesundheit und die Mobilität und Strukturen des öffentlichen Nahverkehrs begonnen. Eine Steuerungsgruppe wird die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung gleich nach den Sommerferien auswerten.