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Gesundheitszentrum Ganderkesee Einhellig viel Lob für Ganderkeseer Gesundheitszentrum

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 19.06.2016, 13:40 Uhr

Das erste halbe Jahr im Gesundheitszentrum Ganderkesee an der Bergedorfer Straße haben Ärzte und Gewerbetreibende sowie Gäste am Samstag mit einem Empfang gefeiert.

Der Gedanke, aus der einstigen Gewerbebrache an der Bergedorfer Straße hinter dem Rathaus ein Gesundheitsquartier zu entwickeln, sei zunächst verwegen gewesen, räumte Ganderkesees Erster Gemeinderat Rainer Lange ein. Eben auch deshalb, weil ein ähnliches Zentrum an der Raiffeisenstraße bereits in Planung war.

Doch der wachsende Erfolg ihrer Geschäftstätigkeit, von dem am Samstag alle neuen Mieter nach ihrem Zuzug ins Gesundheitsquartier berichteten, bestätigte diese Entscheidung im Nachhinein als „goldrichtig“.

Dabei hatte die Politik hinter dem Rathaus nach dem Auszug des Discounters Aldi, des Schuhhändlers Deichmann und des Schlecker-Drogeriemarktes zunächst vehement eine Nachnutzung im Sinne der Nahversorgung gefordert.

Denn das war noch zu Zeiten der Einsiedel-Seniorenwohngemeinschaften am Ebererschenweg.

Nach der Insolvenz eines Teils des Einsiedel-Firmengeflechts – und dem dadurch nicht mehr realisierten Bau eines Wohn und Geschäftshauses am Ebereschenweg – habe sich plötzlich eine ganz neue Perspektive eröffnet, so Lange. Denn nach dem Aus für das Seniorenwohnen suchten zunächst der Physiotherapeut Kai Uwe Fleßner und der Facharzt für Orthopädie Roman Zirwen Praxisräume, weitere Interessenten kamen hinzu.

Politik, Verwaltung und die Investorenfamilie Reiners hätten dann gemeinsam das Projekt ermöglicht – innerhalb kürzester Zeit, stellte Lange fest.

Schon am 21. Dezember letzten Jahres zog Fleßner als erster Mieter in das Gesundheitszentrum ein, Orthopäde und Sportarzt Zirwen folgte ebenso wie die Hausarzt-Praxis von Dr. Berit Brockmeyer und Dr. Stephan Heidemann.

Schließlich gesellten sich Michaela Cordes mit ihrem Sanitätshaus GanderMed sowie die Delmenhorster Orthopädie-Schuhtechnik Ahrens & Mühlenhort ins Quartier hinzu.

„Der Standort ist ideal, unser Einzugsgebiet hat sich vergrößert, selbst aus Bremen kommen Patienten zu uns“, lobte Zirwen das Quartier wegen seiner guten Anbindung und vielen Parkplätzen. Inzwischen hat Zirwen sogar einen Aufnahmestopp für Patienten ausgerufen. Für Daniel Ahrens (Ahrens & Mühlenhort) bietet die enge Zusammenarbeit der nebeneinanderliegenden Praxen und Läden eine optimale Versorgung der Patienten. Das sieht auch Physiotherapeut Kai Uwe Fleßner so: „Wir können uns sehr gut zum Wohle der Patienten direkt mit den Ärzten austauschen“, betonte er. Michaela Cordes pflichtet ihm bei und nennt einen weiteren Vorteil: „Wir werden hier alle besser wahrgenommen“; sagt die GanderMed-Chefin.

Zudem sind die Mieter von der Infrastruktur angetan: „Wir haben hier alles für alle Fälle – einen Bäcker, die Polizei, einen Zahnarzt, das Rathaus, genügend barrierefreie Parkplätze und Fahrrad-Abstellmöglichkeiten“, zählte Dr. Brockmeyer auf.

Dabei zollte sie der Investorenfamilie Reiners auch im Namen der übrigen Mieter Respekt: „Wir sind hier alle sehr zufrieden mit den Vermietern“, sagte sie.

750.000 Euro hatte die Familie Reiners angelegt, um den früheren Aldi-Markt in ein modernes Praxen- und Therapiezentrum auf knapp 1000 Quadratmetern zu verwandeln. Doch nicht nur den Patienten, Ärzten und Gewerbetreibenden kommt das neue Gesundheitsquartier an der Bergedorfer Straße gelegen. „Es sind neue Arbeitsplätze entstanden“, nannte Rainer Lange einen weiteren positiven Effekt. Demnächst wollen Dr. Brockmeyer und Cordes ihre Auszubildenden übernehmen, weitere Neueinstellungen sind nicht ausgeschlossen.