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Gewaltexzess am Ganderkeseer Bahnhof Drei junge Flüchtlinge nach Massenschlägerei angeklagt

Von Kristina Müller | 02.08.2017, 19:36 Uhr

Nach der Massenschlägerei am Ganderkeseer Bahnhof im Oktober vergangenen Jahres sind jetzt drei junge Flüchtlinge angeklagt worden.

„Gefährliche Körperverletzung“ lautet der Tatvorwurf der Staatsanwaltschaft gegen die zwei 16- und den 18-Jährigen. Die Angeklagten waren am Abend des 26. Oktobers in einen Streit zwischen jungen Flüchtlingen, einheimischen Jugendlichen und solchen mit Migrationshintergrund verwickelt. Insgesamt 15 junge Menschen waren an dem Gewaltexzess, der damals die Ganderkeseer schockierte, beteiligt. Vier Jugendliche wurden dabei verletzt.

Einen Tag zuvor hatte es bereits eine Schlägerei am Jugendzentrum Trend gegeben, zwei Tage nach dem Gewaltausbruch am Bahnhof eine weitere Schlägerei am Habbrügger Weg. Einen ethnischen Konflikt schlossen damals Erich Kurzawski vom Ganderkeseer Arbeitskreis Flüchtlinge und auch der Ganderkeseer Oberschulleiter Manfred Gliese aus.

Schlägerei war unübersichtlich

Die Schlägerei sei sehr unübersichtlich gewesen, sagt Oberstaatsanwalt Dr. Martin Koziolek. Deshalb dauerten auch die Ermittlungen durch die Polizei sehr lange an (dk berichtete). Bei dreien der Beteiligten hätten die Vorwürfe allerdings nun konkretisiert werden können, so Thomas Pünjer, Richter am Amtsgericht Delmenhorst.

Der syrische 16-Jährige und auch sein zwei Jahre älterer Landsmann sollen laut Anklage mit Eisen- oder Stahlketten auf ihre Opfer eingeschlagen haben. Der andere 16-jährige irakische Flüchtling soll ein Fahrradschloss als Tatwaffe genutzt haben. Sein Opfer sei mit einer leichten Gehirnerschütterung davongekommen.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Auch wenn sie keine massiven Verletzungen verursacht haben, werden die drei jungen Flüchtlinge wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, weil sie laut Pünjer „mittels gefährlichen Werkzeugs“ gewalttätig waren.

Wann genau das Verfahren am Amtsgericht Delmenhorst verhandelt werden soll, stehe noch nicht fest. Allerdings findet die Verhandlung laut Koziolek unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil die Täter zum Teil noch minderjährig sind. Insgesamt 15 Zeugen seien dafür vorläufig benannt worden.