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Gewerbegebiet eröffnet Chancen Entsorger siedeln sich am Huder Rand zu Oldenburg an

Von Reiner Haase | 16.01.2015, 17:45 Uhr

Zwei Betriebe aus der Entsorgungsbranche sind die ersten Käufer von Grundstücken im Gewerbe- und Industriegebiet Holler-Neuenwege. Mit Firmen aus anderen Branchen wird erfolgversprechend verhandelt.

Bisher gibt’s im neuen Gewerbe- und Industriegebiet Holler-Neuenwege nur Erschließungsstraßen, Rückhaltebecken fürs Regenwasser und ein paar zarte Bäumchen. Das soll sich möglichst schnell ändern: Die Plömacher GmbH, ein Entsorgungsbetrieb mit Sitz in Metjendorf bei Wiefelstede, will noch in diesem Jahr mit dem Bau eines neuen Firmenstandorts am Rande der Gemeinde Hude, direkt an der Grenze zu Oldenburg, beginnen. Und die Firma ReFood, den Hudern vom bisherigen Firmensitz in Altmoorhausen bekannt, will mit dem Bauen beginnen, wenn der Frost des Winters 2015/ 2016 aus dem Boden ist. „Das ist der Startschuss, den man braucht, um neue Interessenten anzulocken. Wenn das erste Baugerüst steht, geht es zügig voran“, blickt Bürgermeister Holger Lebedinzew voller Optimismus für die Entwicklung des Gewerbegebiets nach vorn.

„Wir sind nicht überall so willkommen wie hier, wo wir niemanden stören“, stellt Anja Plömacher fest. „Der Standort in Metjendorf ist zu klein geworden und hat Wohnhäuser in der Nachbarschaft.“ 13000 Quadratmeter haben Anja und Peter Plömacher der Gemeinde Hude abgekauft, dazu haben sie innerhalb der nächsten drei Jahre die Option auf weitere 1500 Quadratmeter.

Zehn Arbeitsplätze werden laut Peter Plömacher nach Hude geholt. „Wir errichten eine Werkstatt fürs Überholen von Presscontainern“, berichtet er. In den Plömacher-Containern werden Altpapier, Folien, Holz, Schrott und Gewerbeabfälle zur Wiederverwertung transportiert.

Eine Nummer größer als die Metjendorfer kommt ReFood daher. Ähnlich verkehrsgünstig zur Autobahn gelegen, aber angesichts der Betriebsentwicklung „viel zu klein“ sei der Standort Altmoorhausen, stellt Geschäftsführer Hans-Heinrich Lüdde fest. Zum Jahresanfang hat ReFood der Gemeinde 24000 Quadratmeter in Holler-Neuenwege abgekauft, fast fünfmal so viel wie in Altmoorhausen. Aus heute 60 Mitarbeitern sollen 70 bis 80, längerfristig 85 bis 90 werden. ReFood holt in der Gastronomie, im Handel und in der Industrie Küchen- und Speisereste, gebrauchte Frittierfette und überlagerte Lebensmittel ab. Sie werden aufbereitet und wandern in Biogasanlagen. Offen ist noch, was aus dem Grundstück in Altmoorhausen wird. Möglich sei die Nachnutzung durch einen anderen Betrieb der Remondis-Gruppe. Mit dem Nachbarn BÜFA werde gesprochen, ob er Erweiterungsbedarf hat. In Frage komme auch der freie Verkauf.

In Holler-Neuenwege seien an die beiden Betriebe 3,7 von 6,3 Hektar Nettofläche verkauft, rechnet Wirtschaftsförderer Roland Arndt vor. Großes Interesse an der Ansiedlung habe ein Elektrotechnik-Betrieb aus dem Landkreis bekundet. Ein Dachdecker stelle sich im Februar im Wirtschaftsausschuss vor. Darüber hinaus gebe es zwei Anfragen. „Die Nachfrage ist vorhanden, wie wir uns das vorgestellt hatten“, stellt Arndt fest. „Mit der Weiterentwicklung kommt auch der Branchenmix“, ergänzt Bürgermeister Lebedinzew. „Wir haben mit der Spitze des Eisbergs angefangen“, fährt er fort: Der Flächennutzungsplan der Gemeinde weist aus, dass mittel und langfristig 40 Hektar für Gewerbe und Industrie hinzukommen können.