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Gewerbegebiet Ganderkesee-West Lastwagen parken inzwischen auch auf dem Bürgersteig

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 03.05.2016, 08:49 Uhr

Einige Lastwagenfahrer lassen sich auch durch die Betonpoller auf den Parkbuchten des Gewerbegebietes Ganderkesee-West vor dem Netto-Logistikzentrum in Grüppenbühren nicht abschrecken. Zumindest kommt eine positive Nachricht: Alle Fahrer können die Toilette bei Netto benutzen.

Die Probleme im Gewerbegebiet Ganderkesee-West vor dem Netto-Logistikzentrum in Grüppenbühren reißen nicht ab: Zwar ist laut Gemeindeverwaltung die Zahl der wild parkenden Lastwagenfahrer, die im Gewerbegebiet ihre vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten wollen, weiter zurückgegangen, weil die zahlreichen Haltebuchten im Auftrag der Gemeinde mit dicken Betonpollern zugestellt wurden. Aber inzwischen scheint es einige Lasterfahrer auch nicht zu stören, auf der gegenüberliegenden Straßenseite halb auf dem Bürgersteig zu parken. Dazu Ganderkesees Wirtschaftsförderin Christa Linnemann: Die Gemeinde werde künftig noch stärker kontrollieren.

Nur Parkplätze für kleinere Wagen

Dort, wo jetzt die Betonringe stehen, gibt es zurzeit nur Parkmöglichkeiten für kleinere Fahrzeuge – für Personenwagen und Kleintransporter. „Die Haltebuchten sind ja auch keine speziellen Parkflächen für Lastwagen“, sagt Gemeindesprecher Hauke Gruhn, der sich darüber ärgert, dass es durch die großen Laster auf den Halteflächen vor dem Netto-Areal inzwischen zu einigen Schäden an Bordsteinen und Gehwegen gekommen sei. „Bis auf Weiteres“ würden die Betonringe noch stehen bleiben, informiert Gruhn.

Dagegen scheint ein anderes Problem gelöst zu sein, das vor Kurzem von der SPD-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen angesprochen wurde. „Die Fahrer nutzen das Grünland als Toilette“, sagte Christel Zießler. Dazu teilte Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount, mit: „Die Toilettenanlage im Eingangsbereich des Logistikzentrums ist bereits in Betrieb. Auch Fahrer, die nicht die Niederlassung zum Ziel haben, dürfen die Sanitär- und WC-Anlage selbstverständlich auf Nachfrage nutzen.“ Eine Duschmöglichkeit bestehe dort allerdings nicht.

Rastanlage überfüllt?

Dass die zunehmende Nutzung der Parkflächen im Gewerbegebiet damit zusammenhängt, dass viele Fahrer keinen Platz auf der Rastanlage Hasbruch an der A28 vorfinden würden, wollte Joachim Delfs, Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, nicht bestätigen. Es gebe keine „alarmierenden Hinweise“ auf eine Überfüllung der Rastanlage, sagte Delfs auf Nachfrage unserer Redaktion. Vor etwa vier Jahren habe es eine Bestandsaufnahme gegeben. Danach seien für die A28 hinsichtlich der Parkflächen keine Defizite aufgezeigt worden. Zumindest seien sie nicht vergleichbar mit den Problemen auf der A1 und der A29, die künftig gelöst werden sollen. Dagegen meinte Bernd Oetken, Pächter der Hasbrucher Anlage, täglich ab 18 Uhr seien alle Parkplätze mit Lastwagen voll.