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Gewerbsmäßiger Betrug Dötlinger Sozialhilfebetrügerin besitzt Immobilien

Von Ole Rosenbohm | 20.11.2018, 13:31 Uhr

Wegen gewerbsmäßigen Betruges in fünf Fällen hat das Amtsgericht Wildeshausen jetzt eine Frau aus Dötlingen verurteilt.

Zwei Wohnungen gehörten ihr selber, zudem arbeitete sie laut Vertrag als geschäftsführende Gesellschafterin in einer Firma, die weitere fünf Domizile besessen und vermietet hat. Eigentlich ist das legal, aber parallel kassierte die Frau aus Dötlingen Sozialleistungen und hatte der Gemeinde weder Besitz noch Firma gemeldet.

Gewerbsmäßiger Betrug in fünf Fällen

Gewerbsmäßiger Betrug in fünf Fällen, so oft hatte sie Geld in zwei Jahren beantragt und bekommen, urteilte das Amtsgericht Wildeshausen und verurteilte die 50-Jährige zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe. Auch wird sie 14.000 Euro rückerstatten müssen.

Zugunsten der Frau würdigte das Gericht, dass die Taten schon vier bis sechs Jahre zurückliegen wie auch die längst nicht alle aufgeklärten Umstände des damaligen Geschäfts. Denn die Prozessbeteiligten waren sich einig: Zu einem hohen Grad war die Angeklagte ausgenutzt und von anderen ins Geschäft gedrängt worden, bei dem sie nur formell eine Rolle spielte.

So wirkte im Hintergrund ein heutiger Berliner, der zwar als Geldgeber fungierte – etwa für den Ankauf günstiger Wohnungen –, sich aber sonst auffällig unauffällig im Hintergrund hielt. Auch zum Prozess am Montag erschien der als Zeuge geladene Mann nicht, was ihm ein Ordnungsgeld von 200 Euro einbrachte. Eine weitere Rolle würde, hieß es mehrfach, auch der ehemalige Lebensgefährte der Angeklagten spielen.

Angeklagte soll „kaufmännisch komplett unbedarft sein“

Der Verteidiger sprach davon, dass seine kaufmännisch komplett unbedarfte Mandantin eigentlich nichts in der Firma getan und auch keinerlei Einnahmen hatte. Doch so weit wollte Richterin Sabine Reinke nicht gehen: Auch wenn „andere die Strippen gezogen hätten“, sagte sie, hätte die 50-Jährige „schon mehr gemacht als nur ihren Namen gegeben“. Für die Angeklagte lohnte sich das alles nicht. Sie erzielte vermutlich kaum oder keine Einnahmen und muss jetzt Sozialleistungen zurückzahlen, die sie ohne das „kriminelle Konstrukt“ (Reinke) problemlos erhalten und behalten hätte. Der jahrelange Ärger beschädigte auch ihre Gesundheit. Ihren letzten regulären Job hatte sie kündigen müssen.