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Giftige Pflanze Riesenbärenklau ist in Ganderkesee auf dem Rückzug

Von Alexandra Wolff, Alexandra Wolff | 09.07.2018, 18:48 Uhr

Die Bevölkerung ist laut Hans Fingerhut vom Naturschutzbund Ganderkesee für das Thema Riesenbärenklau gut sensibilisiert. Das ist einer von vielen Gründen, weswegen er glaubt, dass das Problem mit der giftigen Pflanze in den Griff zu kriegen ist.

„Mit dem Riesenbärenklau geht es bergab“, verkündete Hans Fingerhut, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Ganderkesee, im dk-Gespräch. Eine gute Nachricht, denn der Nabu und die Gemeinde Ganderkesee bekämpfen seit 2008 die giftige Staude mit Aktionen, bei denen die auch als Herkulesstaude bezeichnete Pflanze vergiftet oder abgehackt wird. Offensichtlich mit Erfolg.

„Die Pflanze kommt ursprünglich aus dem Balkan und ist erst seit ein paar Jahren auch in Deutschland heimisch. Sie ist sehr gefährlich“, erläuterte Fingerhut, warum er als Naturschützer eine Pflanze bekämpft. „In unsere Region kam sie wohl, weil Imker aus Wildeshausen sie als Tracht für ihre Bienen anbauten. Sie haben sich nichts Schlimmes dabei gedacht und die Tragweite war ihnen nicht bekannt. Jetzt machen sie das aber nicht mehr.“

Saft des Riesenbärenklaus verbrennt die Haut

Der Saft des Riesenbärenklaus kann in Verbindung mit ultraviolettem Licht, also schon bei normalem Sonnenschein, die Haut verbrennen. Deswegen trägt Fingerhut immer seinen Segelanzug, eine Schutzbrille und Handschuhe. Außerdem vermeidet er, die Schnittstellen zu berühren, aus denen der weiße, milchige Saft fließt. Hautkontakt kann laut Fingerhut aber auch schon durch einen einfachen Maleroverall und mit Putzhandschuhen verhindert werden.

„Wenn der Riesenbärenklau an zugänglichen Stellen wächst, sollte auch die Wurzel ausgegraben werden“, riet der Nabu-Vorsitzende. „Wichtig ist aber, dass die Blütendolden in eine große Kunststofftüte kommen, damit sich die Pflanze nicht weiter ausbreiten kann.“ Der Kommunalservice entsorgt die Pflanze dann. Es reiche aber nicht, nur die Dolde abzuknipsen, die ganze Pflanze müsse möglichst zerhackt werden. „Ansonsten kann der Riesenbärenklau einfach unterhalb der Schnittstelle Notblüten ausbilden“, erläuterte Fingerhut. „Die tragen zwar nicht bis zu 10.000 Samen wie die erste Dolde, aber auch mit wenigen Samen vermehrt sich die Pflanze.“

Regeln beachten

Wer einen Riesenbärenklau entdeckt, darf ihn auch selbst zerstören, wenn er diese Regeln beachtet. „Im Zweifelsfall kann man sich bei mir oder bei der Gemeinde melden. Wir beraten dann denjenigen oder entfernen auf Wunsch die Pflanze auch selbst.“

Fingerhut zeigte sich zufrieden damit, wie gut die Ganderkeseer inzwischen für das Thema Riesenbärenklau sensibilisiert sind: „Das ist auch ein Verdienst der Medien, die immer wieder darüber berichtet haben, wie gefährlich diese Pflanze ist.“

Wenn der Riesenbärenklau nicht mehr per Hand zerstört werden kann, muss auch mal Gift herhalten: Garlon 4. Dabei handelt es sich um ein selektives Gift, also eines, das nur bei speziellen Pflanzen wirkt. „Und das Gift wird auch auf jedes Exemplar einzeln aufgetragen. Dennoch: Gift ist Gift“, räumt Fingerhut ein. „Die Zerstörung des Bärenklaus hat aber Vorrang.“