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Gildefest 2017 Wildeshauser Schützengilde hat Kreisstadt fest im Griff

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 04.06.2017, 19:12 Uhr

Für viele Bürger ist es der absolute Veranstaltungshöhepunkt im Jahr: Auf jeden Fall zählt das Gildefest in Wildeshausen zu den größten Events im Kreis Oldenburg. Nach der Party in der Samstagnacht kommt das 614. Gildefest ab Pfingstsonntag so richtig auf Touren.

„Pingsten ward fiert“ heißt es seit Jahrhunderten in Wildeshausen. Von diesem Pfingstwochenende an wird mit Festivitäten für Alt und Jung gefeiert bis zum kommenden Wochenende. Nach der Party am Samstag, dem „Pfingst-Heiligabend“, werden Wildeshausens Bürger und alle, die Spaß am Feiern haben, nun weiter beschert mit einem familientauglichen Programm.

Kunst- und Handwerkermarkt

Im Mittelpunkt steht am Sonntag und Montag ein Kunst- und Handwerkermarkt mit Gauklern, Künstlern und viel Musik auf dem Marktplatz und auf der Westerstraße.

Humorvolle Schauprozesse in der Innenstadt

Auch das hohe Gericht der Gilde tagt und hält humorvoll Schauprozesse vor dem Alten Rathaus ab.

„Gildeshausen“, so könnte die Kreisstadt über Pfingsten auch heißen: Denn seit Samstag führen die Aktiven der Wildeshauser Schützengilde bei ihrem 614. Gildefest eine Woche lang in der Stadt buchstäblich das Regiment, während das öffentliche Leben weitgehend ruht. Kein Wunder, schließlich ist der Wildeshauser Bürgermeister, Jens Kuraschinski, traditionell auch der General der starken Truppe.

Höchststrafe: Teeren und Federn

Ganz entsprechend den jahrhundertealten Regeln steht Wildeshausen dann auch unter einer eigenen Gerichtsbarkeit.

Die Gilde ist die Stadt

Denn: „Die Gilde ist die Stadt, die stadt ist die Gilde“, wie Kuraschinski beim Stadtempfang am Sonntagabend betonte. Zum letzten Mal schlüpfte am Sonntag Heinrich Boning, Vater des bekannten Comedian Wigald Boning, bei den humorvollen Schauprozessen in die Rolle des Gilde-Staatsanwalts. Der Chefankläger war wie immer um möglichst harte Urteile bemüht. Teeren, Federn und den Delinquenten anschließend den Burgberg herunterrollen gehörten noch zu den milden Strafmaßforderungen.

„Angeklagte“ kauft sich frei

Geschickte Angeklagte – so wie Elise Pietsch alias Gästeführerin Dette Zingler aus Dötlingen – wissen längst, wie man dem entgeht. Meist hilft eine Spende an die Gerichtskasse, Motto: „Ein Bier, ein Korn, und das Leben beginnt von vorn.“