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Grillfest für Flüchtlinge Ganderkeseer wollen „gemeinsam eine bessere Welt schaffen“

Von Thorsten Konkel | 31.08.2015, 09:13 Uhr

Bein Grillfest für Flüchtlinge und Unterstützer werden in Ganderkesee Sprachbarrieren überwunden.

konk Ganderkesee. Zweisprachig, deutsch und arabisch, war die Beschriftung der mit Kreppband auf die Brust geklebten Namensschilder. Und beim Grillfest des Arbeitskreises Flüchtlinge im Garten des evangelisch-lutherischen Gemeindehauses wurde am Sonntag auch auf deutsch und arabisch gesungen. Denn das Motto lautete „gemeinsam“.

Meist aus Syrien oder dem Irak

Asylbewerber, die zumeist aus Syrien aber auch aus dem Irak geflüchtet waren, feierten mit lokalen Unterstützern.

80 Gäste feiern

Bei der Begrüßung der rund 80 Gäste beteuerte Erich Kurzawski, Sprecher des Arbeitskreises Flüchtlinge: „Wir wollen hier gemeinsam leben und gemeinsam eine bessere Welt schaffen.“

Sandra Baba, die Flüchtlingsberaterin der Diakonie, dolmetschte Kurzawskis Begrüßungsworte ins Arabische.

Denn noch hapert es hier und da an ausreichenden Deutschkenntnissen. Doch das störte das fröhliche Miteinander des sommerlichen Grillfestes nicht.

„Wo lernt man eine Sprache am besten? Beim Essen und Feiern unter Freunden“, nannte Kurzawski das Erfolgsrezept.

Dazu hatten die Flüchtlinge, die laut Baba zu 99 Prozent ihre Anerkennung und damit die Aufenthaltsberechtigung in der Tasche haben, teils sogar ihre ehrenamtlichen Deutschlehrer mitgebracht. Sie wurden wie die übrigen Unterstützer von den künftigen Neubürgern mit arabischen Spezialitäten überrascht.

Essen nach Landestradition

Salate, Snacks und Fleisch hatten die Asylbewerber nach Landestradition zubereitet.

Ausdrücklich richte sich die nichtöffentliche Feier an Flüchtlinge, die bereits seit Längerem in der Gemeinde untergebracht seien und die wohl bleiben würden, erklärte Baba.

Viele wollen helfen

„Viele Menschen möchten sich über Monate für die Integration der Flüchtlinge engagieren, sie an die Hand nehmen. Das klappt nicht, wenn die Flüchtlinge bald wieder gehen müssen“, erklärte sie den Grund, warum keiner der erst in den letzten Wochen zugewiesenen Asylbewerber eingeladen war. „Gemeinsam leben und gemeinsam eine bessere Welt schaffen“ – für den Sonntagnachmittag jedenfalls ging dieses Konzept hundertprozentig auf.