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Großaufgebot an Rettungskräften Feuerwehr rettet 47 Senioren bei Altenheimbrand in Wildeshausen

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 22.04.2017, 16:57 Uhr

Nach einem Brand in der Wildeshauser Seniorenresidenz Atrium am Wall sind am Samstagnachmittag sechs Bewohner und Mitarbeiter mit Verdacht auf eine Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden. Die Rettungskräfte waren schnell mit einem Großaufgebot vor Ort. Bereits am Sonntagmittag kehrte im Seniorenheim wieder der Alltag ein.

In einem Bewohnerzimmer des Altenheims an der Heemstraße in Wildeshausen war der Brand am Samstag kurz vor 13 Uhr ausgebrochen. Das Feuer soll laut ersten Angaben des Einsatzleiters in einer Mikrowelle der im 1. Obergeschoss liegenden Altenwohnung ausgebrochen sein. Zwei Mitarbeiterinnen der Seniorenresidenz brachten die Frau schnell auf den Balkon in ein benachbartes Zimmer, von wo aus die Feuerwehr die Seniorin rettete. Starker Rauch drang aus dem Obergeschoss.

Altenheim sofort evakuiert

Dem beherzten Eingreifen des Pflegepersonals und der Rettungskräfte ist es zu verdanken, dass das Altenheim sofort evakuiert werden konnte. Drei Bewohnerinnen, zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter des Heims wurden mit Verdacht einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die meisten Personen konnten das Krankenhaus schon am Sonntagmorgen wieder verlassen, lediglich die Seniorin, in deren Zimmer das Feuer ausbrach, wird noch ärztlich überwacht.

Alle Bewohner in Sicherheit

47 Bewohner wurden am Samstagnachmittag zunächst im gegenüberliegenden Alexanderstift untergebracht.

Notärzte und Sanitäter aus dem gesamten Landkreis

Neben 60 Einsatzkräften der Feuerwehren Wildeshausen und Düngstrup sowie dem Rettungsdienst wurden weitere Notärzte und Sanitäter aus dem gesamten Landkreis herangezogen. Die Schnelleinsatzgruppen von Maltesern, Johannitern und Deutschem Roten Kreuz waren mit einem Großaufgebot vor Ort und richteten sich hinter dem Alexanderstift am nahen Bahnhof von Wildeshausen ein. Die Heemstraße und die Ladestraße waren für den Einsatz 90 Minuten lang gesperrt.

Senioren werden betreut

Die vom Brand betroffenen Senioren wurden umgehend von ihren Pflegekräften, Ärzten und weiteren Helfern im gegenüberliegenden Alexanderstift betreut. Weil das Atrium am Samstag wegen des Brandgeruchs zunächst nicht bewohnbar war, wurden 35 der Bewohner über Nacht gemeinsam mit den Pflegekräften im Wildeshauser Wohnpark an der Hunte untergebracht, berichtete die Atrium-Einrichtungsleiterin Gisela Bruns. Weitere Bewohner waren bei Angehörigen untergekommen. Auch das Alexanderstift hatte vorsorglich fünf Notzimmer eingerichtet, die aber nicht mehr genutzt wurden.

Bewohner kehren am Sonntagmittag zurück

Bereits am Sonntagmittag konnten alle Bewohner wieder in die grundgereinigte Seniorenresidenz zurück. Das Zimmer, in dem das Feuer ausbrach, hat die Polizei aufgrund der andauernden Ermittlungen zur Brandursache beschlagnahmt. Den Sachschaden schätzen die Ermittler aber schon jetzt auf etwa 20.000 Euro.

Vorbildlicher Einsatz aller Beteiligten

Atrium-Leiterin Bruns dankt den Einrichtungen, die die Bewohner vorübergehend aufgenommen hatten. „Das war ein ganz tolles Angebot“, sagt sie. Die Atrium-Chefin lobt ausdrücklich die gute Zusammenarbeit ihres Personals, der Rettungskräfte und der umliegenden Senioreneinrichtungen. Auch wies Bruns angesichts der vorbildlichen Evakuierung der Bewohner auf die Bedeutung der regelmäßigen Brandschutzschulungen für ihr Personal hin. „Die Mitarbeiter wissen, dass jeder Griff im Notfall sitzen muss. Das haben sie gestern bewiesen und beherzt und vorbildlich im Sinne der Bewohner gehandelt“, lobte sie das Personal.