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Gründer fühlt sich ausgegrenzt Ganderkeseer Verein „Ganterhilfe“ löst sich auf

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 01.06.2017, 14:34 Uhr

Gerd von Seggern, streitbarer Aktivist, Ehrenamtler und Gründer des Hilfsvereins „Ganterhilfe“, zieht sich mit sofortiger Wirkung aus allen seinen in der Gemeinde Ganderkesee ausgeübten Ehrenämtern zurück. Auch sein Verein „Ganterhilfe“ wird aufgelöst.

„Mein Einsatz für das Wohl zahlreicher Bürger in der Gemeinde wird bedauerlicherweise nicht hinreichend wertgeschätzt“, klagt der Heilerziehungspfleger aus Meierhafe. Sein Rückzug erfolge darum aufgrund von „Missachtung und mangelhafter Unterstützung“ seines vielfältigen Engagements durch Teile des Ganderkeseer Rats, der Verwaltung sowie von Ortsvertretern.

Verein Ganterhilfe 2012 gegründet

Der Verein „Ganterhilfe“ hatte erst Ende 2012 seine Arbeit aufgenommen. Ziel war der Aspekt der Mildtätigkeit. Unterstützt wurden dabei einzelne Personen, die in eine Notlage geraten waren, etwa durch Wohnungsbrand, durch Unfall oder Behinderung. Auch ein Notfalltelefon war geschaltet worden. Auch als Friedensaktivist und Kämpfer gegen Stromtrassen und Höchstspannungs-Freileitungen hatte von Seggern sich einen Namen gemacht.

Weiter in der Gemeinde Stuhr tätig

Ganz auf eine ehrenamtliche Tätigkeit will von Seggern aber nicht verzichten: „In der Gemeinde Stuhr engagiere ich mich weiter in der Freiwilligenagentur ,pro Ehrenamt‘ sowie in der dortigen Bürgerstiftung“, sagt er. Die „Ganterhilfe“ will von Seggern Ende des Monats auflösen. „Die Barwerte werden nachprüfbar und satzungskonform in die Unterstützung von Menschen in Notsituationen und Obdachlosigkeit überführt“, verspricht er.

Bürgermeisterin drückt Ihr Bedauern aus

„In Ganderkesee gibt es viele ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich schon sehr lange in die Gemeinschaft einbringen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten, oder besonders hofiert werden möchten. Herr von Seggern hat einen anderen Anspruch an sich und an seine Mitmenschen“, bezog Bürgermeisterin Alice Gerken am Donnerstag Stellung. „Es ist daher sehr bedauerlich, dass Herr von Seggern seine Arbeit, die sicherlich gut gemeint war, nicht ausreichend wertgeschätzt sieht. Ich wünsche ihm, dass er an anderer Stelle eine Aufgabe findet, die sein Leben bereichert“, betont die Rathauschefin.