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Hagstedt investiert 1,5 Millionen Neue Mietwohnungen an der Rathausstraße im Bau

Von Dirk Hamm | 26.07.2017, 22:16 Uhr

Passanten im Ganderkeseer Ortskern haben es in den vergangenen Wochen mitverfolgen können: Auf dem lange als Parkplatz genutzten Grundstück zwischen Rathausstraße und Lindenstraße ist ein dreigeschossiges Wohnhaus am Entstehen.

Der Rohbau steht bereits, im November sollen die neun Wohnungen, die zur Vermietung angeboten werden, bezugsfertig sein, informiert Bauherr Werner Hagstedt.

Der Ganderkeseer Geschäftsmann ist Eigentümer weiterer Immobilien an der Rathausstraße, unter anderem des Wohn- und Geschäftshauses, in dem sich einst die später verpachtete Fleischerei der Familie Hagstedt befand. Auch hier wird derzeit fleißig gewerkelt, die 94 Quadratmeter umfassende Ladenfläche wird komplett saniert. Einen konkreten Interessenten für die Nutzung des Ladens kann Hagstedt noch nicht nennen.

Geschäftsmann möchte weitere Wohnungen bauen

Eigentlich möchte der Unternehmer auch im Erdgeschoss dieses Hauses Wohnraum schaffen, doch der entsprechende Antrag sei von der Gemeinde vorerst nicht genehmigt worden. Hagstedt ist außerdem Vermieter des Restaurants Olympia. Sollte dessen Betreiber nach Ablauf des Mietvertrags in viereinhalb Jahren den Gastronomiebetrieb woanders fortführen, wofür es Anzeichen gebe, würde er an der Stelle ebenfalls Wohnungen neu bauen, so Hagstedt. Ob diese Vorhaben umgesetzt werden können, hänge von der Ausgestaltung des noch aufzustellenden Bebauungsplans (B-Plan) ab.

Noch kein Bebauungsplan für die Rathausstraße

Die Aussichten stehen allerdings schlecht: Zurzeit existiert für den Bereich Rathausstraße kein Bebauungsplan, ein Aufstellungsbeschluss ist jedoch vom Verwaltungsausschuss getroffen worden, wie Bruno Müller, bei der Gemeinde als Fachdienstleiter für Bauleit- und Entwicklungsplanung zuständig, auf Nachfrage erklärt. Und der B-Plan, der voraussichtlich bis Ende 2018 steht, dürfte der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, wie es Hagstedt vorschwebt, entgegenstehen: „Die städtebauliche Zielsetzung der Gemeinde im Bereich Rathausstraße ist, gewerbliche Nutzung insbesondere im Erdgeschoss zu etablieren“, sagt Müller.

Neun behindertengerechte Wohnungen entstehen

Einen Mieter für gewerbliche Nutzung zu finden, werde nicht einfach sein, befürchtet Werner Hagstedt vor dem Hintergrund der vielen Leerstände im Ortskern. Der Immobilienbesitzer ist überzeugt: „Je mehr Wohnraum ich an der Rathausstraße habe, desto mehr Kaufkraft bekomme ich.“

In seinem Neubau, der gerade Gestalt annimmt, werden neun behindertengerecht ausgestattete, zwischen 38 und 69 Quadratmeter große Wohnungen zur Verfügung stehen. Als Zielgruppe hat Hagstedt ältere Menschen ab etwa 50 Jahren im Blick. Das Haus wird nach seinen Angaben über einen Fahrstuhl verfügen, und im Keller befinden sich ausreichend Abstell- und Trockenräume.

Zwei Wohnungen können miteinander verbunden werden

„Auf Wunsch können zwei Wohneinheiten zu einer zusammengefasst werden“, betont Hagstedt, der nach eigener Aussage rund 1,5 Millionen Euro in den Neubau investiert. Die Flächen sind so zugeschnitten, dass pro Geschoss je zwei Wohnungen kombiniert werden können. Der Vorteil: Verstirbt etwa einer der Ehepartner, kann eine Hälfte der zusammengelegten Wohnfläche wieder abgetrennt und anderweitig vermietet werden. Auch für Alleinstehende, die eine Betreuerin benötigen, eigne sich das Kombi-Modell.

Zwei Solaranlagen auf dem Dach

Auf ein weiteres Merkmal des Hauses kommt Werner Hagstedt besonders gerne zu sprechen: Als KfW-Effizienzhaus 40plus erfülle es den höchsten energetischen Standard. „Sie haben aufgrund der guten Isolierung 50 Prozent weniger Heizkosten“, erklärt Hagstedt. Auf dem Dach werden zwei Solaranlagen installiert, die zur Strom- und Wärmeversorgung dienen. Nicht verbrauchter Strom wird in Batterien im Keller zwischengespeichert. Vorgesehen ist auch ein Außenanschluss zum Aufladen von Elektrofahrzeugen.

Weiterer Neubau auf dem Nachbargrundstück

Auch auf dem Nachbargrundstück, etwas weiter in Richtung Lindenstraße gelegen, tut sich einiges, wie der Geschäftsmann weiter berichtet: Dort investiert Heidi Schütte in ein Mehrfamilienhaus, das ebenfalls den Energieeffizienz-Standard 40plus erfüllt. Ein Fahrstuhl ist nicht vorgesehen. Die sechs Wohnungen, zwischen 52 und 65 Quadratmeter groß, werden laut Hagstedt voraussichtlich im Dezember bezugsfertig sein.