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Hani Al Mohraji lernt fleißig Deutsch Gebürtiger Syrer hofft auf Ausbildung im Ganderkeseer Bad

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 24.07.2016, 21:07 Uhr

Hani Al Mohraji lebt seit fast einem Jahr in Er lernt fleißig Deutsch, um im nächsten Jahr mit einer Ausbildung beginnen zu können. Während der Ferien absolviert er ein Betriebspraktikum im Freibad am Heideweg.

„Er ist ein toller Typ, freundlich, nicht arbeitsscheu und packt sofort mit an, sobald etwas zu tun ist.“ Edgar Sauer, Betriebsleiter von Saunahuus&Bäder in Ganderkesee, lobt Hani Al Mohraji in den höchsten Tönen. Der gebürtige Syrer, der in Damaskus zur Welt kam, absolviert während der Ferien ein Praktikum als Fachangestellter für Bäderbetriebe. Sein Ziel: so schnell wie möglich noch besser Deutsch lernen und im nächsten Jahr eine Ausbildung im Bad beginnen.

Auf der Balkanroute nach Deutschland geflüchtet

Der 21-Jährige, dessen Eltern aus Palästina stammen und der zwischendurch auch in Algerien gelebt hat, ist im Frühjahr des vergangenen Jahres mit seinem zehn Jahre alten Bruder Mohamad von Damaskus aus über die Türkei und Griechenland auf der Balkanroute nach München geflüchtet. Für drei Monate kamen beide anschließend bei einem Onkel in Ganderkesee unter. Seit September wohnen die Brüder, die inzwischen fleißig Deutsch lernen, beim Ganderkeseer Rolf Stiening , der die beiden betreut und dafür sorgen möchte, dass Hani Al Mohraji eine Ausbildung in Ganderkesee ansteuern kann.

Rettungs- und Leistungsschwimmer

Deshalb setzte er sich mit Sauer in Verbindung, der den jungen Mann, der mittlerweile als Asylbewerber anerkannt ist, Schwimmmeisterin Andrea Prahm anvertraute. „Er hat uns alle überrascht, weil er sich von Anfang an mit Wasserproben und Chemikalien auskannte“, sagt der Betriebsleiter. Kein Wunder, denn der 21-Jährige, der in Damaskus das Gymnasium besucht und auch einige Jahre als Pizzabäcker im Libanon und in Syrien gearbeitet hatte, ist vom Fach: Denn er war nicht nur Leistungs- und Rettungsschwimmer, er hatte auch Kindern in Algerien und Syrien Schwimmunterricht gegeben und kennt sich in Bädern aus.

„Hier ist alles schön – bis aufs Wetter“

„Mir macht das hier großen Spaß und ich habe schon viele Freunde gefunden“, so der gebürtige Syrer, der gerne in Deutschland bleiben möchte. „Hier ist fast alles schön. Nur das Wetter ist häufig schlecht“, sagt der junge Mann, der Arabisch, Hebräisch und Englisch spricht und inzwischen deutsche Sprachkenntnisse auf A1- und A2-Niveau erworben hat. Aber er möchte weitermachen und freut sich schon auf die nächsten Sprachkurse ab August, um fit für eine Ausbildung im nächsten Jahr zu werden.

Für Bäderchef Sauer ist Hani Al Mohraji ein besonderes Beispiel dafür, wie sich Flüchtlinge nicht nur durch das Erlernen der deutschen Sprache integrieren wollen, sondern auch durch den Willen, ins Berufsleben hineinzuschnuppern. Er hoffe, dass auch andere Unternehmen künftig verstärkt Praktika für geflüchtete Menschen anbieten.