Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Hasbrucher Urwald Eine der letzten Hochburgen der Feuersalamander im Norden

Von Vincent Buß | 12.11.2018, 16:26 Uhr

Sie sind nur selten im Hasbruch bei Ganderkesee zu sehen, aber es gibt sie tatsächlich: Feuersalamander. Dass sie dort leben, ist laut einem Experten etwas ganz Besonderes.

Sieht man sich auf einer Karte an, wo Feuersalamander leben, fällt etwas auf: Oberhalb von Nordrhein-Westfalen kommen sie in Europa fast gar nicht mehr vor. Bis auf einzelne Punkte – einer von ihnen ist der Hasbruch. „Diese Population lebt weit entfernt von anderen“, sagt Richard Podloucky während der Herbstveranstaltung der Freunde des Hasbruchs am Samstag, 10. November, im Vielstedter Bauernhaus. Der Zoologe aus der Nähe von Hannover ist Experte für Feuersalamander und hat sie vor zwei Jahren im Hasbruch untersucht.

Warum es im Hasbruch Feuersalamander gibt

Podloucky vermutet, dass diese Population etwas ganz Besonderes ist. „Ein Relikt-Vorkommen, das hier überlebt hat.“ Denn der Hasbruch ist über Jahrhunderte naturbelassen geblieben, quasi ein Urwald. „Wenn wir in Niedersachsen mehr Wälder hätten, gäbe es auch mehr Feuersalamander.“

Eventuell stammten die Vorfahren der Hasbrucher Exemplare aus dem Osnabrücker Raum, glaubt Podloucky. Die Amphibien bevorzugen bergigere Regionen, in denen es viele Bäche für ihre Larven gibt. Aber auch in der Hohlbäke hat der Zoologe bereits Larven gefunden. „Eigentlich mögen die Tiere schnellere Gewässer, aber wenn sie nichts anderes finden, nehmen sie eben solche“, erklärt der Experte.

So kann man die Tiere am besten beobachten

Feuersalamander scheinen Romantiker zu sein. „Sie paaren sich laut am liebsten in warmen Gewitternächten“, erklärt Podloucky. In diesen kann man die Tiere auch am ehesten beobachten. Aber Vorsicht: Sie können ein Gift absondern. Ihre Wehrhaftigkeit ist dem Experten zufolge ein Grund, warum sie in feier Natur bis zu 20 Jahre alt werden können.

Gefahren für Feuersalamander

Doch der Mensch macht ihnen Probleme. Wenn in Wäldern Gräben gezogen werden, senkt sicht Podloucky zufolge das Grundwasser, sodass natürliche Bäche austrocknen. Und somit der Lebensraum der Larven. Jegliche Gewässer gelte es daher zu schützen. Wenn tote Bäume hineinfallen und das Wasser stauen, umso besser. An Land bieten verrottende Bäume den erwachsenen Tieren Unterschlupf.

Mit Blick auf die Hasbrucher Feuersalamander ist Podloucky aber zuversichtlich: „Wenn das Gebiet so belassen bleibt, bleibt auch die Population stabil.“ Der Experte freut sich, dass diese Feuersalamander nun genetisch untersucht werden. So könnte herausgefunden werden, wie sie tatsächlich in den Hasbruch gekommen sind.