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Hasbruchfreunde gewinnen Mitglieder Problem-Eichen und Konfliktpotenzial

Von Frederik Grabbe | 15.03.2015, 14:00 Uhr

Der Hasbruch ist für seine Eichen bekannt. Doch genug junge Eichen nachzupflanzen bleibt ein Problem in dem beliebten Waldgebiet. Bei der Jahreshauptversammlung der Hasbruchfreunde im Oldenburger Hof berichtete Revierförster Jens Meier vom Stillstand der Eichenverjüngung.

„Es gibt einfach zu wenige Eicheln, um neue Bäume zu pflanzen“, sagte Meier. Habe man sich das Ziel gesetzt, 31 Hektar des Hasbruchs mit Eichen zu bepflanzen, seien davon vier Hektar umgesetzt worden. Nächstes Jahr kommen wohl maximal zehn Hektar hinzu, insgesamt 50000 Eichen. Was sich nach viel anhört, ist in der Tat aber wenig: Ursprünglich hatte der Förster mit Helfern 160000 Eicheln gesammelt und in zwei Baumschulen gegeben, um sie zu ziehen, bis sie als etwa 1,30 Meter hohe Bäume in Hasbrucherde gepflanzt werden können. 30000 gehen an einen anderen Wald, der Rest sei einem Pilz zum Opfer gefallen.

Holzernte bei Eichen geht zurück

Eine baldige Lösung schloss Meier aus: Der Eichelertrag sei nur „alle zwölf bis 13 Jahre“ groß genug für den aktuellen Bedarf. Dass die Verjüngung hinter den Erwartungen zurückbleibt, wirke sich auch auf die Holzernte aus. Alte Eichen würden nicht geschlagen.

Tourismus gefährdet den Artenschutz

Zuvor hatte Rainer Städing von den Niedersächsischen Landesforsten in seinem Vortrag den Dreiklang aus Wirtschaftlichkeit, Naturschutz und Erholungswert für die Gesellschaft erläutert. „Kompromisse müssen sein, es geht nicht alles zu 100 Prozent.“ Der Dreiklang bilde ein „Spannungsfeld“, das Konflikte berge. Denn sei Wandern oder Reiten im Wald mittlerweile etabliert, würden Mountainbiker oder Felskletterer mancherorts, im Weserbergland oder im Osnabrücker Raum, den Artenschutz gefährden.

„Ihr habt Spuren hinterlassen“

Ansonsten war die Versammlung der Hasbruchfreunde geprägt vom Jubiläumsjahr. Die Arbeit des Vereins, der 2014 einen wahren Strauß an Aktionen rund um das Thema Wald angeboten hatte, hat sich offenbar gelohnt. Die Mitgliederzahl wuchs von 250 auf 279 an.

Neu gewählt wurde Renate Otte als Kassenprüferin. Den Beirat des Vereins verlassen werden Wiltrud Schauer, Gerd Timmermann und Björn Vosgerau. Vorsitzender Gerold Sprung dankte für ihr jahrelanges Engagement: „Ihr habt Spuren hinterlassen.“