Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Haus Marienhude vor Verkauf Pläne für Marienhude überzeugen den Gemeinderat Hude

Von Reiner Haase | 16.10.2015, 18:30 Uhr

Der Huder Rat schickt Bürgermeister Lebedinzew in Vertragsverhandlungen zum Verkauf des Hauses Marienhude. Im Fachausschuss war das Konzept noch gescheitert.

Bürgermeister Holger Lebedinzew kündigt zügige Verhandlungen mit der Firma Blinkfüer über den Verkauf des Hauses Marienhude an den Investor an. Das Mandat hat ihm der Gemeinderat am Donnerstagabend erteilt. Mit überraschend deutlicher Mehrheit: Im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt war das Blinkfüer-Konzept am Tag zuvor noch durchgefallen.

Neubauten sichern Finanzierung ab

Wie berichtet, will die Firma Blinkfüer die markante Villa auf dem Marienhude-Gelände und das kleine Kutscherhaus für Tagespflege, Wohnen für Behinderte und Kulturveranstaltungen herrichten. Die Abstimmung mit der Behörde für Denkmalschutz im Kreishaus läuft schon und bezieht sich auch auf den Park rings um die Villa. Auch die Platzierung dreier dreigeschossiger Neubauten mit je elf Wohnungen am Rande des Parkgeländes zur Lerchenstraße hin, die das ganze Projekt finanziell tragbar machen sollen, ist aus Sicht des Landkreises akzeptabel.

Ablehnung im Fachausschuss

Nicht aber für die Mehrheit im Fachausschuss für Gemeindeentwicklung: Es wurde moniert, dass der im Bebauungsplan vorgegebene Bauteppich zu stark überschritten werde und dass das an der Ecke Lerchenstraße/Hohe Straße geplante Gebäude den Blick auf die Villa verstelle. Auch die vorgezeichnete Architektur wurde bemängelt. Da half auch nicht der Hinweis des Blinkfüer-Architekten Hassan Hamza, man wahre mit zurückhaltenden Formen bewusst optischen Abstand zur vielfältigen Architektur des Hauses Marienhude.

Vorzeigeobjekt fürs Huder Image

Für den Bürgermeister zeigen die unterschiedlichen Abstimmungsergebnisse im Ausschuss und im Rat die Vielfalt der Sichtweisen in einem Gemeinderat. Finanzpolitiker sehen schon die erhofften 930000 Euro aus dem Verkauf im Gemeindesäckel. Wirtschaftspolitiker freuen sich über neuen Wohnraum und den Image-Gewinn, wenn das Vorzeigeobjekt Marienhude erhalten bleibt. Für Sozial- und Kulturpolitiker bedeutet das Projekt Mehrwert für Hude. Lebedinzew weist darauf hin, dass die Beteiligung der Politik mit dem Beschluss von Donnerstag nicht abgeschlossen ist: Der Vertrag mit dem Investoren soll möglichst noch im Dezember abgesegnet werden und danach noch Änderungen am Bebauungsplan.