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Haushalt mit 2,4-Millionen-Lücke Hude schraubt Schuldenstand hoch

Von Reiner Haase | 02.12.2015, 22:08 Uhr

Für „rentierliche Investitionen“ lockert Hude die Schuldenbremse. Verwaltung und Politik schlagen vor, den Schuldenberg um 2,4 Millionen Euro zu erhöhen.

Nach Jahren erfolgreicher Arbeit mit der selbst auferlegten Schuldenbremse geht Hude im nächsten Jahr tief in die roten Zahlen. Die Politik trägt die Vorschläge der Verwaltung mit: Der Finanzausschuss des Gemeinderats hat am Mittwochabend einstimmig für den Entwurf des Haushaltsplans gestimmt, der am 17. Dezember vom Gemeinderat abgesegnet werden soll. Er sieht eine kreditfinanzierte Neuverschuldung um 2,4 Millionen Euro vor, was den Schuldenstand Ende 2016 auf 5,3 Millionen Euro hochschraubt. Mit im Plan sind die nächsten Sanierungsabschnitte in der Peter-Ustinov-Schule und im Hallenbad, der der Umbau der Grundschule Süd mit den Kernstücken Aufnahme der katholischen Grundschule und Mensa und der Allwetterplatz am Huder Bach.

355 Euro Schulden pro Kopf

„Wir haben dann 355 Euro Schulden pro Kopf der Bevölkerung. Das darf nur vorübergehend sein“, mahnte Gerrit Menkens (CDU), der Vorsitzende des Finanzausschusses. Er wies darauf hin, dass 5,5 Millionen Euro investiert werden sollen. „Das ist nicht aus der Portokasse zu zahlen“, so Menkens.

Günstiges Zinsniveau

SPD-Sprecher Heiko Aschenbeck erkannte „sehr viele rentierliche Investititionen“ im Zahlenwerk des Kämmerers Olaf Hespe. Er wies auf das aktuell günstige Kreditzinsniveau hin. „Es geht um notwendige Investitionen, und die Finanzmarklage gibt das her“, pflichtete Friedrich Schnabel (CDU) bei. Er ist zuversichtlich, dass das Jahr für die Gemeindekasse besser verläuft als geplant: „Wir wollten uns in diesem Jahr um 1,2 Millionen Euro verschulden, eine Null ist herausgekommen. Da ist immer ’ne Million drin.“

„Sinnvoll und ohne Alternative“

Es handele sich um „sinnvolle Investitionen ohne Alternative“, sagte Dieter Dalle (FDP). Heinz Weißgerber (Grüne) wies deutlich darauf hin, dass Kreditabträge den Handlungsspielraum der Gemeinde für etliche Jahre einschränken. Dem Entwurf des Haushaltsplans stimmte er dennoch zu.