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Heimbewohner will Katze behalten Ärger um Haustier im Wohnpark Am Fuchsberg

Von Dirk Hamm | 05.07.2016, 10:39 Uhr

Susi heißt die Katze, die in der Jungen Pflege des Wohnparks Am Fuchsberg ein neues Zuhause erhalten soll. Das ist jedenfalls der Wunsch eines Bewohners der Pflegeeinrichtung, der das streunende junge Tier am Freitagabend am Bushäuschen beim Wohnpark aufgegriffen und ihm spontan diesen Namen gegeben hat.

Doch aus dem Wunsch wird erst einmal nichts. Denn ein Pfleger hat am Tag darauf veranlasst, dass das Tierheim die Katze mitnimmt.

Das empört Susanne Steffgen, die ebenfalls in dem Pflegeheim wohnt und den Heimbeirat in der Jungen Pflege leitet: „Die meisten Bewohner im Wohnbereich 5 waren geschockt und traurig. Wie kann das sein, dass ein Pfleger sich das Recht rausnimmt und jemandem das Tier einfach wegnimmt?“ Tierhaltung sei in der Jungen Pflege ausdrücklich erwünscht, um die Eigeninitiative der Bewohner zu fördern, sagt Steffgen.

Katze entfacht Welle der Hilfsbereitschaft

Und genau dieses Engagement sei durch Katze geweckt worden: Sowohl Mitarbeiter der Einrichtung als auch einige Bewohner und deren Verwandte wollten mithelfen, dem niedlichen Jungtier ein sicheres Zuhause zu schaffen. Sie selbst sei noch am Samstag mit dem Rollstuhl in den Ort gefahren, um Katzenfutter, Streu und ein Katzenklo zu besorgen. Am Montag sollte die Angelegenheit mit der Heimleitung besprochen werden, und auch ein Besuch beim Tierarzt war schon geplant.

Jurina Poppe, stellvertretende Einrichtungsleiterin, kann die Aufregung nicht verstehen: „Die Pflegefachkraft hat völlig richtig gehandelt. Denn die Katze, die der Bewohner aufgegriffen hat, war stark von Flöhen befallen.“ Grundsätzlich, so Poppe, werde es gerne gesehen, wenn Bewohner des Pflegeheims Tiere halten. Voraussetzung sei allerdings, dass der Bewohner allein oder mit Unterstützung des Betreuers in der Lage ist, sich um das Haustier zu kümmern, es zu verpflegen und zu gewährleisten, dass es für die anderen Bewohner keine Gefahr darstellt und kein Überträger von Krankheiten ist. Auch dürfen dem Heim durch die Tierhaltung keine Kosten entstehen.

Einrichtungsleitung pocht auf Einhaltung von Auflagen

„Es spricht nichts dagegen, dass der Bewohner oder Frau Steffgen mit dem Tierheim Kontakt aufnehmen und das Tier zu sich nehmen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen können“, sagt Poppe. Genau diesen Weg möchte Susanne Steffgen jetzt gehen. Zugleich bemängelt sie, dass der Pfleger vor der Kontaktaufnahme mit dem Tierheim nicht eine dritte Person, etwa aus dem Heimbeirat, mit hinzugezogen hat. Denn der Bewohner, ein Russlanddeutscher, sei nur sehr eingeschränkt der deutschen Sprache mächtig. „Ich würde mir wünschen, dass er die Katze wiederbekommt und bin bereit, alles zu unternehmen, dass die Auflagen für die Haltung im Heim erfüllt werden“, beteuert Steffgen.