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5. Mittelalterliches Gedrängel Hengsterholz geht wieder auf Zeitreise

Von Niklas Golitschek | 25.07.2019, 15:34 Uhr

Am ersten Septemberwochenende wandelt sich der Sportplatz in Hengsterholz wieder in einen Mittelaltermarkt. Besucher des Mittelalterlichen Gedrängels dürfen sich auf einige Neuerungen freuen.

Die Wassermelone muss auf den Richtklotz – sie hat es nicht anders verdient. Denn sie hat sich als Zucchini ausgegeben und falsch deklarierte Ware wird beim Mittelalterlichen Gedränge in Hengsterholz nicht geduldet. Also hebt Carola Pasuki die Axt und lässt sie auf die Tropenfrucht niederfallen, um diese in Zwei zu spalten.

Auf solche spaßigen Einlagen dürfen sich die Besucher des Mittelalter-Spektakels freuen, wenn sie sich am ersten Septemberwochenende auf dem Hengsterholzer Sportplatz, Sportweg 2, einfinden. Am Samstag, 31. August, beginnt das Gedrängel um 12 Uhr und dauert bis in die Abendstunden, am Sonntag ist es von 11 bis 17 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Es ist bereits das fünfte Mal, dass es in Ganderkesee stattfindet, nachdem zuvor Dötlingen für fünf Jahre Austragungsort gewesen war. Vor dem Umzug nach Hengsterholz fand es zweimal in Falkenburg statt.

25 Lager und Händler

25 Lager und Händler haben sich für die Veranstaltung angekündigt und das Mittelalterliche Gedrängel ist inzwischen ein etabliertes Fest in der Region. „Dieses Jahr waren wir erstmals im Februar ausgebucht – innerhalb von drei Wochen“, sagt Marktleiter Bahram Pasuki. Viel mehr Platz biete das Gelände auch gar nicht, um noch weitere Attraktionen unterzubringen. „Das ist ein Zeichen, dass wir für viele etwas richtig machen“, merkt Mitorganisator Peter Mienert an. Nachdem im Vorjahr über das Wochenende verteilt fast 2000 gekommen waren, hoffen die Veranstalter nun, diese Marke zu knacken. Dafür wird nun auch ein Toilettenwagen aufgestellt. „Der Besucherandrang überlastet die Anlage“, hat Marktleiter Bahram Pasuki festgestellt.

Vielfältiges Programm

Doch so rabiat wie mit der Wassermelone wird es beim Mittelaltermarkt in Hengsterholz nur bedingt zugehen. „Wir vertreten nicht den martialischen Stil“, betont Bahram Pasuki und erteilt Programmpunkten wie Schwertkämpfen oder Hexenverbrennungen eine Absage. Stattdessen soll das Lagerleben in seiner Vielfalt gezeigt werden. Ein Schmied wird vor Ort arbeiten, ein Kunstschmied seine Werke feilbieten. Hinzu kommen Töpferarbeiten oder im privaten Rahmen traditionelles Kochen. Auch eine Haarverdreherin und einen Schnellzeichner für Karikaturen haben die Veranstalter für das Mittelalterliche Gedrängel gewonnen, eines der Lager bringt Kinderspiele wie Bogenschießen mit. Ein Höhepunkt steht am Samstag gegen 21 Uhr mit einer Feuershow an, musikalische Einlagen bieten hyttis und das Duo SoRo.

Bewährtes Essen

Räucherfisch und Spieße gibt es ebenso wieder wie die Taverna. Auch die Creperie ist eingeladen. Um weitere vegetarische Angebote habe man sich bemüht, allerdings keinen Anbieter für das Wochenende gefunden, sagt der Marktleiter. Das kulinarische Angebot wird also weitgehend fleischlastig sein.

Dafür dürften Fotoliebhaber auf ihre Kosten kommen: Mit Andreaskreuz, Pranger und ein Hackklotz mit Holzaxt werden drei historische Folterinstrumente ausgestellt, um sich damit abzulichen. Ganz gewaltfrei lässt sich das Mittelalter eben doch nicht authentisch darstellen.