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Hilfe für Wohnungslose Diakoniekonvent Falkenburg bietet Wohnen auf Zeit

Von Thorsten Konkel | 22.07.2015, 09:13 Uhr

Seit mehr als 30 Jahren finden Nichtsesshafte in Falkenburg eine Unterkunft auf Zeit. Jetzt ist die Jakobusklause modernisiert worden.

Sie ist spartanisch eingerichtet, bietet dafür aber Durchreisenden eine saubere und sichere Übernachtungsmöglichkeit: Die Jakobusklause auf dem Gelände des Diakoniekonvents in Falkenburg an der Hasbruchstraße ist seit Dienstag nach Modernisierung und einer Erweiterung offiziell wieder geöffnet.

Hilfe für „Brüder der Landstraße“

Seit mehr als 30 Jahren finden die durchreisenden Nichtsesshaften, „Brüder der Landstraße“, wie sie früher genannt wurden, in dem ausgebauten Backsteinschuppen eine Unterkunft auf Zeit. Denn in der Art klassischer Nächstenliebe bietet der Diakoniekonvent Lutherstift Menschen ohne Dach über dem Kopf die Möglichkeit, in der Klause für kurze Zeit zu übernachten.

Sichere Unterkunft

Jetzt ist die schlichte Unterkunft grundlegend überholt worden und wuchs auch von gut zwölf auf nun knapp 25 Quadratmeter Wohnfläche. Eine kleine Werkstatt in dem Backsteinhäuschen, das gleich ordentlich isoliert wurde, musste dafür weichen. Jeweils einem Gast bietet der ehemalige Schuppenbau Bett, Tisch und Stuhl sowie sanitäre Anlagen und eine Heizung. Eine Küchenzeile folgt demnächst.

Hilfe als zentrales Anliegen

„Menschen in Not zu helfen ist eines unserer zentralen Anliegen, seit die Bruderschaft Lutherstift 1958 hier eingezogen ist“, betonte die Konventsälteste Ingeborg Willemsen gestern Nachmittag bei der Einweihungsfeier.

Anfang der 1980er Jahre, beim Umbau des Laurentiushauses, sei die Idee entstanden, Durchreisenden eine eigene Übernachtungsmöglichkeit zu geben, berichtete Willemsen. „Mit Baumaterialien, die beim Umbau des Laurentiushauses überzählig waren, wurde der Bau damals ermöglicht“, blickte Erich Kurzawski, Vorsitzender des Bauausschusses des Konvents und Bauaufsicht der jetzigen Modernisierung, zurück.

Gemeinde gibt 15.000 Euro für Umbau

Die Modernisierung finanziell ermöglicht haben neben dem Konvent die Gemeinde Ganderkesee sowie das Diakonisch Werk in Niedersachsen. Mit rund 15.000 Euro habe die Gemeinde den Löwenanteil gestellt, sagte Kurzawski, weitere 3500 Euro steuerte das Diakonische Werk bei. Ebenfalls hatte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Ganderkesee Kollekten für das Projekt gespendet. Auch die Konventsmitglieder halfen mit – vor allem mit reichlich Eigenleistungen.

Durchreisende finanziell unterstützt

Die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler betonte die Wichtigkeit, den Menschen in Not zumindest auf Zeit eine sichere Unterkunft zu geben. Die Gemeinde unterstützt die Obdachlosen und ihre Unterstützer vom Konvent auch künftig: „Die Durchreisenden erhalten einen gesetzlichen Tagessatz von rund 17 Euro, der Konvent bekommt von uns etwa die selbe Summe für eine Übernachtung“, erklärte Rainer Heinken, Fachdienstleiter Soziale Hilfen bei der Gemeinde.

2014 gab es rund 60 Gäste, die jeweils etwa vier Nächte verweilten. Das Laurentiushaus, jetzt Sitz des Laurentius Hospizes, spielt in der Obdachlosenhilfe weiter eine Rolle: „Hier können Durchreisende den Schlüssel für die Klause abholen und ihn abgeben“, verriet Willemsen.