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Mit 120 Fahrzeugen Historisches Campertreffen am Falkensteinsee

Von Niklas Golitschek | 22.09.2019, 21:54 Uhr

25 Jahre oder älter – das war die Voraussetzung für die Teilnehmer des historischen Campertreffens am Falkensteinsee. Mehr als 120 Fahrzeughalter folgten dem Aufruf eines Sandkruger Paares.

Sie haben bis zum Schluss gebangt – doch dann lief alles wie bestellt. Zum ersten Treffer historischer Campingfahrzeuge am Falkensteinsee war keine Wolke am Himmel zu sehen und die Sonne lachte über Steinkimmen. „Jetzt fällt die Last weg. Wir hatten große Angst, dass es nicht klappt“, sagte Jan Meder, der das Treffen gemeinsam mit Freundin Kathrin Nickel organisiert hatte, erleichtert.

120 Fahrzeuge

120 Fahrzeuge und rund 300 Teilnehmer aus ganz Deutschland, Österreich und den Niederlanden zählten die Veranstalter auf der Hundewiese am Mittleren Weg des Feriengeländes. Nach Krefeld und dem Edersee war es bereits das dritte Treffen dieser Art, das sie ausgerichtet haben. Doch für die beiden Sandkruger war es nun ein echtes Heimspiel. Ohne das gute Wetter wären es sicher noch nicht so viele gewesen, meinte Meder: „Das sind rollende Fachwerkhäuser.“

Eine kurze Anreise hatte auch Stephan Meyer mit seiner Familie. Die Berner haben ohnehin einen Dauerstellplatz am Falkensteinsee mit einem neueren Wohnwagen. Für das Campertreffen kam er nun mit seinem alten T3 dazu. Den hatte er 2013 günstig mit Motorschaden gekauft und mehr als ein Jahr lang wieder fit gemacht. Dann fand er noch einen passenden Bestattungsanhänger, der nun als Spielecke für die Kinder fungiert. „Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um das zu machen“, sagte Meyer und lachte. Doch bei dem Treffen gebe es genug, die genauso tickten.

Entschleunigt urlauben

Nur wenig Berührungspunkte mit dem Campen hatten Antje und Michael Pakusch – bis sie vor ein paar Jahren einen alten Wohnwagen geschenkt bekamen: ein Constructam Coral 1, Erstzulassung 1971. „Ich dachte zuerst, das kann doch nichts sein“, erinnerte sich Michael Pakusch mit Blick auf das gehobene Alter. Doch viel Arbeit mussten die beiden nicht reinstecken – und wenig später machten auch sie Campingurlaube. „Jetzt haben wir gefallen dran gefunden, das entschleunigt“, sagte er. Zumal die Gemeinschaft immer sehr angenehm sei.

Eben diese Gemeinschaft wollten Jan Meder und Kathrin Nickel mit diesem Treffen zelebrieren. Als sie sich zum Valentinstag ein altes Wohnmobil kauften, dachten sie: „Wo sind die anderen?“ Also gründeten sie auf Facebook die Gruppe „Historische Campingfahrzeuge“ und sammelten Gleichgesinnte um sich herum, mehr als 1600 Mitglieder zählt die Gemeinschaft inzwischen. Beim Treffen am Falkensteinsee stand deshalb nicht nur der Camping-Ausflug mit Freunden und Familie im Vordergrund, sondern auch das gegenseitige Kennenlernen. „Das sind alles Liebhaberstücke“, sagte Nickel. Entsprechend gebe es auch immer ein Gesprächsthema.

Damit die Teilnehmer auch zusammenfinden, haben die beiden extra eine Art Marktplatz im Zentrum der Camper-Flotte errichtet. Mit XXL-Feuerstelle, Bierstand und Bayernfestzelt richteten sie eine zentrale Anlaufstelle ein. Ein viertes Treffen dürfte nur eine Zeitfrage sein.