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Hospizkreis Ganderkesee-Hude Umzug in größere Räume mit einem weinendenden Auge

Von Dirk Hamm | 16.08.2017, 10:17 Uhr

Nach acht Jahren verlässt der Hospizkreis Ganderkesee-Hude seinen bisherigen Sitz an der Lindenstraße 12. Ab 4. Oktober stehen mehr als doppelt so große Räumlichkeiten im Von-Seggern-Haus an der Rathausstraße 19 für Beratungsgespräche und Gruppentreffen zur Verfügung.

„Ich weiß jetzt schon, dass ich weinen werde, wenn wir hier weggehen. Wir lieben das Haus mit seinem Charme und den knarrenden Dielen“, sagt Linda Bahr, eine der drei Koordinatorinnen des Vereins, der sich mit seinen Ehrenamtlichen die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen zur Aufgabe gemacht hat.

Arbeit läuft während des Umzugs normal weiter

Das Hospizkreis-Büro an der Lindenstraße wird am Dienstag, 19. September, zum letzten Mal geöffnet sein. Am Mittwoch, 4. Oktober, können Besucher und Ratsuchende dann zum ersten Mal an der Rathausstraße empfangen werden. In den Tagen dazwischen ist der Hospizkreis allerdings jederzeit telefonisch unter den bekannten Rufnummern erreichbar, betont die Koordinatorin. Und auch die Sterbebegleitung laufe ganz normal weiter.

Überall nach neuen Räumen umgesehen

Mit 130 Quadratmetern Fläche im ersten Obergeschoss des Von-Seggern-Hauses wird für die stetig wachsende Inanspruchnahme des Hospizkreises künftig mehr als doppelt so viel Raum vorhanden sein. Diese räumlich genau passende Lösung zu finden, sei gar nicht so einfach gewesen, trotz vieler Leerstände im Ort, berichtet Linda Bahr: „Wir haben uns überall umgesehen.“

Barrierefreiheit mit neuem Fahrstuhl

An der alten Adresse zwang die schmale, steile Treppe in den ersten Stock bei Besuchern, die auf Gehhilfen angewiesen sind, zum Improvisieren, musste das Beratungsgespräch eben im Erdgeschoss stattfinden und eine Kollegin Bahrs vorübergehend ihren Arbeitsplatz räumen. Zwar liegt die neue Wirkungsstätte auch nicht ebenerdig, doch ermöglicht die breite Treppe den Einbau eines Fahrstuhls und somit die Barrierefreiheit.

Hospizkreis ist auf Spenden angewiesen

Noch im September soll der Aufzug laut Bahr installiert werden, sodass er nach der Eröffnung von Beginn an zur Verfügung steht. „Uns ist wichtig, dass jeder zu uns kommen kann. Es soll ein Ort der Begegnung werden“, erklärt die Ganderkeseerin. Die Kosten des Fahrstuhls in Höhe von 30000 Euro teilen sich der Vermieter und der Hospizkreis je zur Hälfte. Dazu und zur Erfüllung seiner Aufgaben ist der Verein auch weiterhin auf Spenden angewiesen.

Bekanntheitsgrad deutlich gesteigert

Mit kontinuierlicher Öffentlichkeitsarbeit hat der im Jahr 2005 gegründete Hospizkreis seinen Bekanntheitsgrad deutlich steigern und seinen Wirkungskreis erweitern können. Acht bis zehn Sterbebegleitungen pro Jahr seien es zunächst gewesen, sagt Bahr, im vergangenen Jahr habe ein Kreis von 56 Begleitern, darunter zehn Männer, die kostenlose Begleitung von 48 Sterbenden ermöglicht.

Neuer Vorbereitungskurs ab November

Und der Pool der Ehrenamtlichen soll noch größer werden: Am Wochenende vom 3. bis 5. November beginnt ein neuer, 120 Stunden umfassender Vorbereitungskurs. Wer sich vorstellen kann, selbst diese ehrenamtliche Tätigkeit aufzunehmen, kann sich zwecks eines vorbereitenden Gesprächs mit dem Hospizkreis unter Telefon (04222)806190 oder (0160)99643944 in Verbindung setzen.