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Hoykenkamper Tierärztin warnt Auto kann bei Hitze für Hunde zur Todesfalle werden

Von Bettina Dogs-Prößler | 04.06.2018, 16:30 Uhr

EEinen Hund bei hohen Temperaturen im Auto zu lassen, kann für das Tier schon nach kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Tierärztin Janin Schild rät, Hunde im Sommer auch vor Sonne zu schützen.

Seit Jahren weisen Tierärzte und Tierschützer darauf hin – trotzdem sterben jedes Jahr wieder zahlreiche Hunde einen qualvollen Hitzetod, weil sie bei sommerlichen Temperaturen im Auto zurückgelassen wurden. Erst in der vergangene Woche gelang es der Polizei in Norden nur durch das Einschlagen einer Autoscheibe, einen trotz großer Hitze in einem Auto eingeschlossenen Hund vor dem Hitzetod zu retten.

Bei hohen Temperaturen Hunde nicht ins Auto setzen

„Bei hohen Temperaturen gehören Hunde gar nicht ins Auto“, meint Tierärztin Janin Schild von der Tierarztpraxis Wolter aus Hoykenkamp. Denn in nur wenigen Minuten kann es im Inneren eines in der prallen Sonne geparkten Kleinwagens so heiß werden wie in einem Backofen. Eine Untersuchung des Deutschen Automobilclubs ADAC hat gezeigt: Bereits nach 15 Minuten steigt die Hitze im Auto bei 28 Grad Außentemperatur auf 38 Grad – trotz eines spaltbreit geöffneten Fensters. Bei verschlossenen Fenstern waren es 41 Grad Celsius, nach einer Stunde stieg die Hitze in beiden Fällen auf 50 Grad Celsius.

„Bei solchen Temperaturen hat ein Hund keine Chance mehr, seine innere Wärme nach außen abzugeben“, erklärt Tierärztin Schild. Den Großteil seiner Hitze hechle er an die Umgebung ab, die muss dafür allerdings niedriger sein als die Körpertemperatur des Tieres.

Wagen wird zur lebensbedrohlichen Falle

Schild: „Schon nach fünf Minuten in der knallenden Sonne kann sich das Auto für einen Hund also in eine lebensbedrohliche Falle verwandeln.“ Die Folgen sind qualvoll. „Das Herz-Kreislaufsystem versagt, woraufhin die Organe nicht mehr ausreichend durchblutet werden und versagen können“, so Schild.

Übergewichtige Hunde besonders gefährdet

Besonders belastend seien hochsommerliche Temperaturen für kurznasige Hunderassen und übergewichtige Hunde. Generell rät Tierärztin Janin Schild dazu, Hunde im Sommer vor der Sonne zu schützen. „Große Gassi-Runden sollten in den Abend verlegt und Fahrradtouren tagsüber vermieden werden.“ Das gelte auch für Sporthunde, die ein regelmäßiges Training absolvieren. Mit den sinkenden Temperaturen in den Abendstunden werde dann auch der Hund wieder aktiver. „Bis dahin sollte man mit der körperlichen Belastung warten.“

Hitzeschock verhindern

Wer bei seinem Hund Anzeichen einer Überhitzung feststellt, muss laut Schild langsam die Körpertemperatur herunterkühlen. „Am besten eignen sich dazu nasskalte Handtücher, die über das Tier gelegt werden.“ Gibt es bereits Anzeichen eines Hitzeschocks, müsse der Hund sofort in die nächste Tierklinik. Schild: „Er befindet sich dann in einem lebensbedrohlichen Zustand.“

In solche Situation kann ein Hund schnell geraten, der im Sommer auch nur kurz im Auto zurückgelassen wird.

„Wenn ein Hund versucht, die Nase ans Fenster zu drücken, ist ihm eindeutig zu warm“, erklärt die Tierärztin. Befinde sich der Hund bereits in Seitenlage, wirke matt und reagiere nicht mehr, müssen umgehend gehandelt werden.

Zuständig ist in diesem Fall die Polizei. „Sie macht den Halter ausfindig und leitet gegebenenfalls weitere Schritte ein, um das Tier aus der Notlage zu befreien“, erklärt Albert Seegers, Sprecher der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburger Land/Wesermarsch.