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„Huder Gartenerlebnisse“ Explosive Anekdote im idyllischen Landschaftspark

Von Dirk Hamm | 08.07.2018, 17:39 Uhr

Von der Baumschule bis zum englischen Landschaftsgarten haben am Sonntag die „Huder Gartenerlebnisse“ viele Besucher angelockt. Im Park von Witzleben tauchten die Gäste auch tief in die Geschichte ein.

Nur zu Führungen wird der idyllische Landschaftspark der Familie von Witzleben einige Male im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am Sonntag war wieder die Gelegenheit gekommen, das sieben Hektar große, als englischer Landschaftsgarten gestaltete grüne Kleinod neben der Klosterruine zu erkunden. Die von der Touristik-Palette Hude dreimal im Jahr angebotenen „Huder Gartenerlebnisse“ standen diesmal unter dem Motto „Sommerblütenpracht“. Rund 40 Gäste bildeten schon am Vormittag eine kleine Schlange am Hofeingang, sie warteten auf die erste der beiden Exkursionen durch den riesigen Park mit seinen knorrigen Eichen und Buchen, kleinen Seen und einer künstlich angelegten Grotte.

Viele grüne Adressen präsentieren sich

Eine Reihe weiterer grüner Adressen in Hude waren am Sonntag Anlaufpunkte für Gartenfreunde. So öffneten auch der Familiengarten Mümken in Maibusch, der Schwedenhausgarten Müller sowie das Studio Kunst und Landschaft, beide in Wüsting, und das Arboretum in Berne-Neuenkoop ihre Pforten. Außerdem präsentierten sich die Baumschulen Siefken und Tönjes und die Golfanlage Hude bot eine Führung an.

Gutshaus im Jahr 1332 erbaut

Der Park von Witzleben atmet Geschichte, wie an vielen Stellen des in zwei Gruppen aufgeteilten Spaziergangs mit Gutsverwalterin Greta von Witzleben und Philipp Verpoorten deutlich wurde. So war zu erfahren, dass das in seinem Kern 1332 erbaute Gutshaus das älteste bewohnte Haus in Niedersachsen ist. Dass von den einst fünf stattlichen Linden im Hinterhof nur noch eine übrig geblieben ist, ist dem Übermut von kanadischen Offizieren zu verdanken, die nach dem Krieg im Gutshaus einquartiert wurden – und eine mit Granaten gefüllte Kiste fanden.

Kindheitserinnerungen an riesigen Wald

Weniger komfortabel wohnten die rund 1000 Heimatvertriebenen, die in den ersten Nachkriegsjahren in fünf Baracken auf dem Gutsgelände untergebracht waren. Eines der Kinder, die dort aufwuchsen, war Margaret Dreier. Die Oldenburgerin nutzte gestern die Gelegenheit, sich den Park einmal mit den Augen der Erwachsenen anzuschauen: „Als Kind war der Wald für mich riesig, ein schöner Platz zum Spielen.