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Huder Klostermuseum Sonderausstellung thematisiert Flucht und Vertreibung

Von Lennart Bonk, Lennart Bonk | 22.05.2017, 09:23 Uhr

In der neuen Sonderausstellung im Huder Klostermuseum wird das Thema Flucht und Vertreibung thematisiert. Die Flüchtlinge der Gemeinde Hude berichten von ihrem Weg nach Deutschland.

Flucht und Vertreibung stehen seit gestern im Fokus des Huder Klostermuseums. Dort haben die Freunde des Klosters Hude anlässlich des 40. Internationalen Museumstags die Sonderausstellung mit dem Thema „Flucht und Vertreibung im 20. und 21. Jahrhundert“ eröffnet. Unter dem Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung“ wird die hochaktuelle Thematik beleuchtet. Im vergangenen Jahr zählte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 745545 Asylanträge – so viel wie noch nie zuvor. Der Großteil der Antragsteller kommt dabei aus Syrien.

Ausstellung erzählt die Geschichten der Flüchtlinge

Die Sonderausstellung erzählt die Geschichten der Heimatvertriebenen. Mit selbst gemalten Bildern, Fotos sowie Texten berichten die Flüchtlinge der Gemeinde Hude von ihrem Weg nach Deutschland – zum Beispiel Diana und Sulaf. Die Zwillinge sind Ende 2015 mit ihrer insgesamt achtköpfigen Familie von Syrien nach Deutschland geflüchtet.

Angst vor Bombenangriffen aus der Luft

Der Krieg veranlasste sie, ihr Heimatland zu verlassen. „Wir hatten Angst vor den Flugzeugen mit den Bomben“, berichtete die 14-jährige Sulaf. Jedes Motorengeräusch aus der Luft versetzte die Familie in Alarmbereitschaft. Für die Ausstellung beschrieb sie den gut zweimonatigen Fluchtweg. Kilometerlange Fußmärsche und gefährliche Schlauchbootfahrten über das Mittelmeer mussten die Zwillinge mit ihrer Familie bewältigen, um nach Deutschland zu kommen. Ihre Schwester Diana hat das Erlebte in einem selbst gemalten Bild verarbeitet. Sie zeichnete einen Bombenabwurf in Syrien. Abgebildet ist die historische Hängebrücke von Deir ez-Zor. Darüber ist ein Flugzeug zu sehen, das Bomben auf die Brücke abwirft, die 2013 im Zuge des Bürgerkrieges zerstört wurde.

Sonderausstellung bis zum 18. Juni im Klostermuseum

Mit ihren Beiträgen wollen die Zwillinge aufzeigen, wie und unter welchen Bedingungen sie nach Deutschland gekommen sind. Auch Flüchtlinge aus Afghanistan, Eritrea und dem Sudan schildern ihre Fluchterlebnisse auf den Tafeln im Klostermuseum. Zudem thematisiert die Sonderausstellung auch Migrationswellen während des Zweiten Weltkrieges. Die Sonderausstellung kann bis zum 18. Juni während der Öffnungszeiten im Klostermuseum sowie nach Vereinbarung besucht werden.