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Hund für Blutspende gefunden Facebook-Aufruf rettete Hündin in Delmenhorst das Leben

Von Marie Busse | 25.01.2018, 12:18 Uhr

Rottweiler-Hündin Zelda kam am Sonntag mehr tot als lebendig in die Praxis von Dr. Hoffmann. Ihre einzige Rettung war das Blut eines anderen Hundes. Dafür schaltete das Praxisteam einen Aufruf bei Facebook. Der Post löste eine große Welle der Hilfsbereitschaft aus.

In der vergangenen Woche merkte Halterin Yvonne Bodemer aus Ganderkesee, dass mit ihrer Rottweiler-Hündin Zelda etwas nicht stimmte. „Zelda war sehr schlapp und konnte kaum vier Schritte gehen“, erzählt sie. Am Sonntag fuhr sie in die Notaufnahme der Kleintierpraxis Delmenhorst. „Die Hündin war mehr tot als lebendig, als sie am Sonntag hier ankam“, sagt Dr. Angelika Hoffmann. Bei der Untersuchung stellte sie fest, dass das Tier an Blutmangel litt. „Bei Hunden ist es viel schwieriger, die Ursache herauszufinden. Sie können uns ja nichts erzählen“, betont die Tierärztin. Sicher war aber, Zelda brauchte dringend Blut. „Am Sonntag konnten wir noch Blut eines bekannten Hundes bekommen, aber uns war schnell klar, das wir noch mehr Blut brauchen“,erklärt sie weiter.

Viel Blut nötig

Zelda leidet wahrscheinlich an einer inneren Blutung, die durch einen Magendurchbruch ausgelöst wurde. Um den Rottweiler zu retten, ist daher eine Operation notwendig. Zunächst musste der Hund aber stabilisiert werden. Das ging nur durch weitere tierische Bluttransfusionen. Große Mengen Blut zu besorgen, war aber nicht einfach, weil es keine Blutbank gibt. Dr. Julia Hoffmann arbeitet seit einem halben Jahr in der Praxis ihrer Mutter und postete den Hilferuf bei Facebook. „Wir haben so etwas schon zweimal gemacht und es hat jedes Mal geklappt. Aber mit so einer Hilfsbereitschaft haben wir trotzdem nicht gerechnet“, erzählt sie.

Mehr als 40 Spendenangebote

Menschen aus ganz Deutschland meldeten sich laut Julia Hoffmann und die Hilfe ging über die eigentliche Blutspende hinaus. „Jemand hat uns angeboten ehrenamtlich in der Praxis zu arbeiten. Es ist wirklich toll, wie alle zusammenhalten“, freut sich die Tierärztin. Die Telefonanlage der Praxis brach am vergangenen Mittwoch nach dem Post kurzzeitig zusammen. Einige Voraussetzungen musste der Hund aber mitbringen: Er musste über 45 Kilogramm schwer und gesund sein. Der Aufruf wurde mehrere Tausend Mal geteilt. Schnell meldeten sich über 40 bereitwillige Spender. Drei Tierhalter kamen in die Praxis und spendeten Blut. Dazu gehörte auch Familie Borchert mit ihrer Deutschen Dogge Paula aus Bremen. „Als wir das gelesen haben, wollten wir helfen. Vielleicht sind wir ja auch mal auf Hilfe angewiesen“, erklärt die Hundehalterin.

Überleben weiter ungewiss

Zelda konnte durch die spontanen Blutspenden vorerst gerettet werden. Doch ein Blutgerinnsel verhinderte die Operation. „Wir hoffen, dass wir Zelda am Wochenende endlich operieren können“, erklärt Angelika Hoffmann. Besitzerin Yvonne Bodemer bleibt dennoch optimistisch: „Sie ist eine Kämpferin und wird es schaffen“, sagte sie.