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Hunte ist 680 Meter länger Hunteverlängerung im Landkreis Oldenburg eingeweiht

Von Antje Cznottka | 24.03.2015, 19:40 Uhr

Die Laufverlängerung der Hunte bei Dehland und Sandhatten wurde gestern von Vertretern aus Politik und Unterstützern eingeweiht. Bei einer Bootsfahrt wurde der neue Lauf begutachtet.

Seit gestern ist die Fließstrecke der Hunte bei Dehland und Sandhatten auch offiziell 680 Meter länger. Zur Einweihung der Laufverlängerung im Landkreis Oldenburg begutachteten die Projektbeteiligten die neuen Hunteschleifen im Boot und betonten die gute Zusammenarbeit sowohl während der Planungs- als auch in der Umsetzungsphase des Projektes. Die Organisation und Ausführung war laut Kay Nitsche vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, nur mit „leistungsfähigen Partnern vor Ort möglich“. Zu den Partnern gehörten neben dem Land Niedersachen, unter anderem der Landkreis Oldenburg, die Gemeinden Großenkneten und Hatten, die Umweltstiftung Weser-Ems, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie der Wasserverband „Hunte Wasseracht“.

Begradigung sorgt für Erosion

Die Verlängerungen des Flusslaufs sind Teil der Gewässerentwicklung und der EG-Wasserrahmenrichtlinien. Die Hunte wurde in der Vergangenheit begradigt. Im Zuge dessen wurde der Fluss künstlich um etwa 30 Prozent verkürzt. Das führte dazu, dass Naturräume verloren gingen und sich die Fließgeschwindigkeit erhöhte, die ihrerseits wiederum zu einer erheblichen Tiefenerosion führte. Seit 1950 war da Flussbett der Hunte um zwei Meter gesunken, mit negativen Folgen für die an den Fluss grenzende Talaue und den Grundwasserstand.

Negativen Folgen vorbeugen

Um weiteren negativen Folgen vorzubeugen und ökologische Strukturen wiederherzustellen, begannen vor einem Jahr, am 17. März 2014, die Arbeiten um die Altarme des Flusses wieder an die Hunte anzuschließen. „Das Pilotprojekt „Dötlinger Schleifen“ zeigt, dass die Maßnahmen einen großer Gewinn für das Fließgewässer und die Talauen sind“, berichtet Landrat Carsten Harings.

Um die ökologische Struktur zu stärken, wurden eine Sohlengleite, Stein- und Kiesbänke sowie Totholzelemente in den Flusslauf eingefügt. „Die Hunte ist jetzt für das gesamte im Fluss vorkommende Artenspektrum passierbar“, berichtet Onno Langhorst, Verbandsvorsteher des Wasserverbandes „Hunte Wasseracht“. „Erfreulicher Nebeneffekt ist, dass die Fließgeschwindigkeit verringert und so der Tiefenerosion entgegengewirkt wird“, fügt er an. „Das ist auch ein toller Moment für den Tourismus. Die Rad und Paddelstrecken sind einfach perfekt“, sagt Hattens Bürgermeister Christian Pudt. Karl-Heinz Bley, Mitlgied des Landtags, betonte außerdem die Möglichkeiten der Hunte als Wasserstraße.

Weitere Schritte in Planung

Die Entwicklung der Hunte ein kontinuierlicher Prozess. So ist das nächste Projekt bereits in Planung. Eine Verlängerung um 800 Meter in der Nähe von Wildeshausen wurde geprüft. Ein Biber hatte sich in diesem Gebiet angesiedelt. Bevor mit der Renaturierung begonnen werden wird, musste geprüft werden, ob die Ansiedlung dadurch beeinflusst würde. „Untersuchungen haben ergeben, dass der Biber ein Einzeltier ist, das sich nicht reproduziert. Es haben sich also nur Auflagen für die Laufverlängerung, aber kein Ausschlussgrund ergeben“, sagt Hans-Dieter Buschan, Geschäftsführer der „Hunte Wasseracht“.