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Idee für Einzelhandel „gescheitert“ Therapie und Medizin in Ganderkeseer Aldi-Brache

Von Katja Butschbach | 22.04.2015, 08:07 Uhr

Ein Dienstleistungszentrum mit Schwerpunkt Gesundheit und Therapie soll laut Vorschlag der Gemeinde in die Aldi-Brache neben dem Rathaus in Ganderkesee ziehen. Es gibt vier konkrete Interessenten.

Die Physiotherapiepraxis Kai Uwe Fleßner, die Orthopädiepraxis Roman Zirwen aus Wildeshausen, Lerntherapie Weert Fricke (ansässig in Ganderkesee und Oldenburg) und Geno Immobilien: Sie alle haben konkretes Interesse bekundet, in den alten Aldi-Markt an der Bergedorfer Straße zu ziehen.

Idee eines Gesundheitszentrums

Die Gemeindeverwaltung empfiehlt, die Idee eines Dienstleistungszentrums mit Schwerpunkt Gesundheit /Therapie in der Aldi-Brache weiterzuverfolgen. Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass die WI Wertimmobilien GmbH (Einsiedel und Partner) das geplante Wohn- und Geschäftshaus am Ebereschenweg voraussichtlich nicht errichten wird – dies geht aus einer Sitzungsvorlage für den am Donnerstag tagenden Sozialausschuss hervor.

Parkplätze als großer Vorteil

In das Wohn- und Geschäftshaus wollten aber Fleßner und Zirwen mit ihren Praxen einziehen. Beide Betreiber bewerteten nun den Standort im alten Aldi-Gebäude als ideal: Ebenerdigkeit und die Vielzahl von Parkplätzen wurden als Vorteile genannt. Da der Orthopäde seine Arbeit in der Gemeinschaftspraxis zum Ende des Jahres gekündigt hat, sollte laut Wirtschaftsförderin Christa Linnemann möglichst bis Ende des Jahres alles vorbereitet sein. Zunächst aber stehe eine Entscheidung der Politik an, betonte sie.

Suche nach Investor

Die Geno Immobilien GmbH hat laut Verwaltung bereits ein Konzept für die Nachnutzung der Aldi-Immobilie an der Bergedorfer Straße vorgelegt. Darin sei ein modernes Dienstleistungszentrum vorgesehen, in dem auch gemeinschaftlich nutzbare Einrichtungen wie ein zentraler Empfang, Lager und Küche geplant sind. Voraussichtlich wolle Geno Immobilien auch selbst eine Fläche von etwa 170 Quadratmetern belegen. Um das Konzept umzusetzen, wolle das Unternehmen einen Investor suchen. Auch Büros könnten laut Linnemann je nach verfügbarem Platz in das Gebäude ziehen.

Keine Lösung mit Einzelhandel

Die zunächst verfolgte Lösung, Einzelhandel im alten Aldi-Markt unterzubringen, ist laut Verwaltung als „gescheitert“ anzusehen. Wie Linnemann erläuterte, hat die Verwaltung mit vielen möglichen Interessenten gesprochen. Inkoop und Famila, die beide erweitert haben, „haben ein enormes Kaufkraftpotenzial aufgesogen“, was neue Einzelhändler abschreckte.

Verwaltung wischt Bürgerhaus vom Tisch

Ebenfalls vom Tisch ist – wenn es nach den Plänen der Verwaltung geht – die von verschiedenen Seiten geäußerte Idee, in dem Gebäude ein Bürgerhaus einzurichten. Die im Seniorenbeirat vertretenen Mitgliedsorganisationen hatten sich bei einer Abstimmung vor einer Woche klar für ein Bürgerhaus in Ganderkesee ausgesprochen. Uwe Lisson, Vorsitzender des Seniorenbeirats, erklärte: „Wir wünschen uns ein Bürgerhaus. Wo es platziert wird, ist uns egal.“ Wert legt er darauf, dass das Bürgerhaus zentral gelegen und gut erreichbar sein solle.

Die Verwaltung schlägt vor, einen früheren Ausbildungsraum im ehemaligen FTZ-Gebäude eventuell als Multifunktionsraum für verschiedene Gruppen einzurichten. Dafür seien neben einer entsprechenden Ausstattung auch ein behindertengerechter Zugang und eine behindertengerechte Toilette erforderlich.

Diskussionen seit 2013

Die Diskussion um die Zukunft der Aldi-Brache war bereits Ende 2013 – drei Monate vor dem Umzug Aldis an die Raiffeisenstraße – in vollem Gange: Der Leerstand löste bei der Politik Sorgen aus. Im Oktober 2014 erwarb die Gemeinde das Gebäude.