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In Sorge um Nichtschwimmer Anbaden in Hohenböken: DLRG-Retter halten am Sielingsee Wache

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 28.05.2016, 19:41 Uhr

Mit einem Sprung in das mit 18 Grad gar nicht so kühle Nass haben die Mitglieder der Ganderkeseer DLRG-Ortsgruppe am Samstagnachmittag die Badesaison am Sielingsee eröffnet. Das DLRG wacht künftig an den Wochenenden über die Schwimmer. Bundesweit wird eine deutliche Zunahme der Badeunfälle von Flüchtlingen befürchtet. Erst am Freitag ertrank ein junger Iraner in einem Bremer See.

Den Sommer über wird die DLRG bei gutem Wetter samstags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr mit einer Wachmannschaft am See vertreten sein.

Viel Müll durch wilde Partys

Dass ihre Aufmerksamkeit besonders beansprucht wird, deutete sich schon vor Badebeginn beim mühsamen Zusammenklauben unzähliger kleiner spitzer Scherben im Uferbereich an. „Das sind Hinterlassenschaften von wild Feiernden, die alljährlich an Himmelfahrt und an Pfingsten das Seegrundstück zur Partymeile machen“, klagte Kristoff Braun. Er ist als Technischer Leiter der DLRG für den Wachbetrieb am See verantwortlich.

Auch Fingerspitzengefühl nötig

Fingerspitzengefühl sei im Umgang mit den immer mal wieder angetrunkenen Badegästen gefragt. „Wir setzen dabei konsequent unser Hausrecht durch“, sagte Braun. Vandalismus werde absolut nicht geduldet. Ebenso deutlich müsse man aber manche Badegäste auch vor sich selbst schützen, betonte er.

Immer mehr Nichtschwimmer

Besonders die, die nicht oder nur schlecht schwimmen können: „Davon gibt es immer mehr, vor allem junge Menschen“, bedauerte Sandra Egger, Jugendschwimmausbilderin der DLRG. Ihre Vermutung: In den Schulen wird weniger Schwimmunterricht erteilt.

Flüchtling in Bremen ertrunken

Bundesweit Sorgen bereiten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aktuell Zuwanderer, die nur mangelhaft schwimmen können. Erst am Freitag war ein 23-jähriger Flüchtling aus dem Iran, im Schwimmen ungeübt, beim Baden im Achterdieksee in Bremen-Oberneuland ertrunken, teilte die Polizei Bremen am Sonntag mit.

Mehr Tote befürchtet

2015 seien 27 Flüchtlinge beim Baden ertrunken: „Wir befürchten, dass diese Zahl 2016 weiter ansteigt“, machte Frank Villmow, DLRG-Präsidiumsmitglied, am Samstag gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ deutlich.

Fehlendes Gefahrenbewusstsein

Das fehlende Gefahrenbewusstsein der Migranten sei ein Riesenproblem: „Hier müssen wir viel Aufklärungsarbeit leisten“, benannte Villmow die Aufgabe.

Ein Badeunglück am Sielingsee konnten Braun und seine Kollegen 2015 gerade noch verhindern.

Zwei Männer in Todesgefahr

„Mitten in einem schweren Gewitter mit vielen Blitzen schwammen zwei Migranten hinaus“, erinnerte sich Braun. Viel Mühe habe es gekostet, den beiden Männern die Todesgefahr durch einen Blitzschlag in das Wasser des Sees zu verdeutlichen und sie zum Umkehren zu bewegen.

Und vor einigen Jahren gab es am Sielingsee sogar einen tödlichen Badeunfall.

„Der See ist nicht gefährlich“

Generell gibt Braun aber Entwarnung: „Hier ist meist alles ruhig, der See ist nicht gefährlich. Viel zu tun gibt es für uns in der Saison meist nicht“.