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Informationen an vier Stationen Knapp 45 Radler auf Klimaschutztour in Gemeinde Ganderkesee

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 22.05.2016, 20:37 Uhr

Die erste Klimaschutzradtour in der Gemeinde Ganderkesee war laut Klimaschutzmanager Lars Gremlowski ein Erfolg. Ein Ziel waren die Windkraftanlagen in Bergedorf, die durch neue, modernere und größere Anlagen ersetzt werden sollen.

In Bergedorf sollen drei bis vier neue Windanlagen entstehen, die rund drei Mal so viel Strom produzieren wie die fünf „AN Bonus 1.3 Megawatt“-Anlagen, die derzeit im Bereich Hinterm Felde stehen. Das hat Dr. Eleonora Uliana von der Firma wpd windmanager in Bremen vor knapp 45 Frauen und Männern erklärt, die am Sonntag bei der ersten Klimaschutzradtour der Gemeinde Ganderkesee mitgefahren sind. Einen genauen Zeitpunkt, wann es zum sogenannten Repowering der Windkraftanlagen kommen wird, nannte sie nicht.

Neue Windanlagen fast 180 Meter hoch

Die derzeitigen Anlagen mit einem Rotor-Durchmesser von 62 Metern und einer Nabenhöhe von 68 Metern, die bereits 15 Jahre alt und durch ihr Getriebe sehr laut seien, sollen durch moderne „E92“-Anlagen ersetzt werden. Die seien getriebelos und wesentlich geräuscharmer, aber auch fast doppelt so groß. Der Rotor-Durchmesser soll dann 92 Meter betragen, die Nabenhöhe etwa 135 Meter. Gesamthöhe: rund 180 Meter.

Künftig Strom für 6100 Familien

Lege man zugrunde, dass ein Vier-Personen-Haushalt etwa 4200 Kilowattstunden Strom verbrauche, könnten derzeit rund 2100 Familien versorgt werden, so die Projektentwicklerin Repowering. Nach dem Austausch der Anlagen seien es etwa 6100 Familien.

Die Tourteilnehmer nahmen die Gelegenheit war, jede Menge Fragen zu stellen und sich eine Anlage aus der Nähe anzusehen. Hochklettern durften sie allerdings nicht. Das sei aber bei einem Fest am 10. Juli möglich, so Uliana.

14 Kilometer auf dem Drahtesel

Insgesamt radelten die Frauen und Männer unter der Leitung von Klimaschutzmanager Lars Gremlowski rund 14 Kilometer. Dabei steuerten sie neben den Windkraftanlagen drei weitere Stationen an, an denen es um erneuerbare Energien ging: zunächst das energieautarke Wohnhaus von Siegfried Preuß , Lange Wand, in Ganderkesee, in dem derzeit Flüchtlinge wohnen, danach die Biogas-Anlage von Thorben Schwarting in Thienfelde und zum Schluss das Bergedorfer Melkhus . Dort informierte Hausherr Gerd Logemann darüber, was die Photovoltaikanlage auf dem Stalldach mit der Kapelle neben dem Melkhus zu tun hat.

Gremlowski sprach nach der Radtour bei schönstem Sommerwetter von einem erfolgreichen Versuch, die Menschen auf diese Weise für den Klimaschutz zu interessieren. Ob diese oder eine ähnliche Tour wiederholt werde, sei noch nicht klar.

Lammert vermisst Ratspolitiker

Auffallend sei gewesen, wie viele detaillierte Fragen seitens der Radfahrer gestellt worden seien. Er bedauerte allerdings, dass die Diskussionen nicht länger geführt werden konnten, weil die Zeit an den einzelnen Stationen zu kurz gewesen sei. Und noch ein Kritikpunkt kam von Hartmut Lammert vom Aktionsbündnis „Prima Klima“, wenn auch nicht gegen die Organisatoren dieser Energie-Radtour: „Ich vermisse hier Ratspolitiker.“