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Infoveranstaltung in Ganderkesee SPD 60plus will sich bei Pflege weiter engagieren

Von Thomas Deeken | 22.06.2015, 17:43 Uhr

Das Thema Pflege hat die Teilnehmer einer Infoveranstaltung der SPD 60plus am Montagvormittag ganz besonders bewegt. Es wurde sogar eine Demo vorgeschlagen.

Die SPD 60plus will sich im Bereich Pflege weiter engagiert einsetzen. Das hat deren Vorsitzender Hermann Bokelmann am Montagvormittag bei einer Infoveranstaltung der Senioren-Arbeitsgemeinschaft in Ganderkesee betont, bei der es nicht nur um Pflege, sondern auch um Themen wie Asylbewerber und Geheimdienste ging. Zu Gast war die SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag, die als stellvertretende Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses Informationen aus erster Hand über Spionage und innere Sicherheit geben konnte.

Mehr Geld für Pflege gefordert

Bokelmann beklagte, dass Oberbürgermeister und Landräte ihre „schützende Hand über ihre Sozialetats“ hielten und dass es Kinder gebe, die ihre Eltern in tschechische Heime brächten, weil es dort billiger sei. Er forderte, Heimen und Pflegepersonal mehr Geld für bessere Pflegemöglichkeiten zu geben, und schlug vor, dass „wir von 60plus auch einmal auf die Straße gehen sollten, um zu demonstrieren“.

Hohe Belastung der Pflegekräfte

Die Bundestagsabgeordnete sagte, das Problem sei erkannt und müsse weiter diskutiert werden. Es gebe bereits einige Verbesserungen wie zum Beispiel die Unterstützung im Haushalt und eine neue Einteilung der Pflegestufen. Wichtig seien die Anerkennung des Pflegeberufes und eine bessere Regelung, wie man in diesem Beruf alt werden kann. Dabei gehe es um die Bezahlung und um die Belastung der Pfleger.

Schlimme Lage in Krankenhäusern

Das beklagte auch die ehrenamtliche Seniorenbegleiterin Roselies Hengstler. Sie sprach vom „schwersten Beruf überhaupt“ und erläuterte, in Krankenhäusern wie zum Beispiel in Bremen sei die Lage noch schlimmer. Das Personal werde reduziert und ausgebeutet, es käme nicht einmal mehr zum Essen und Trinken, so die Ganderkeseerin.

Zum Thema Flüchtlinge sagte Mittag, dass Asylverfahren inzwischen nicht mehr so lange wie früher dauerten. Menschen aus Syrien, Eritrea und dem Irak hätten eine hohe Anerkennungsquote von über 99 Prozent. Diesen Personen, vor allem den vielen Kindern und Jugendlichen ohne Begleitung, werde in erster Linie geholfen. Einig waren sich die Teilnehmer der Infoveranstaltung allerdings auch darin, dass es langfristig gelingen müsse, die Fluchtursachen in den einzelnen Herkunftsländern zu bekämpfen.